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Schaumburger wahlmüde / Frust in der Weserstadt über Neuordnung der Wahlkreise? / Weniger Erst- als Zweitstimmen

Jeder zweite Rintelner "schwänzt" die Landtagswahl

Landkreis (kk). Die Schaumburger sind wahlmüde: In einigen Orten schwänzte fast jeder zweite Wahlberechtigte die Landtagswahl. Im Wahlkreis (WK) 37 "Schaumburg" gaben 57,26 Prozent der Stimmbürger ihr Votum ab - das liegt ziemlich genau im (niedrigen) Landesschnitt. Bei nur 51,86 Prozent liegt die Wahlbeteiligung im Wahlkreis 38, der umfasst Hameln, Hess. Oldendorf und Rinteln.

veröffentlicht am 28.01.2008 um 00:00 Uhr

Gerade diese Zahl wurde mit großer Spannung erwartet, wurde der Wahlkreis doch komplett neu zugeschnitten. Skeptiker hatten für Rinteln eine besonders niedrige Beteiligung vorausgesagt - aus "Frust" darüber, dass die Weserstadt vom übrigen Landkreis abgekoppelt wurde, die Direktkandidaten alle aus dem Hamelner Raum kamen. Die Pessimisten sehen sich jetzt bestätigt: nur 50,47 Prozent der Rintelner Wahlberechtigten nutzten tatsächlich ihr Stimmrecht. Auffällig hier auch Unterschiede zwischen Erst- und Zweitstimmen: Nur 10347 Rintelner stimmten für einen Direktkandidaten, 10451 dagegen für eine Partei. 243 Erststimmen waren ungültig, (nur) 139 Zweitstimmen. Ein Indiz dafür, dass viele Rintelner sich von den Kandidaten aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont nicht optimal vertreten fühlen. Besonders traurig sah es im Rintelner Wahllokal "Stadtwerke" aus: hier schob der Wahlvorstand Langeweile - und konnte nur jeden dritten Wahlberechtigten begrüßen. Nicht ganz so groß wie in Rinteln war die Wahlzurückhaltung in Hameln mit 51,34 Prozent, in Hess. Oldendorf gingen immerhin 55,37 Prozent der Stimmberechtigten zur Wahl. Vor einerähnlichen Situation wie die Rinteln standen die Bürger der Samtgemeinden Lindhorst, Sachsenhagen, und Niedernwöhren. Auch sie wählten vom Schaumburger Kernwahlkreis abgekoppelt im WK 39 "Nienburg/Schaumburg". Hier scheint der Frust über die Neuordnung nicht so groß sein sein: Immerhin gingen 63,55 Prozent der Niedernwöhrener, 59,66 Prozent der Sachsenhäger und 58,52 Prozent der Lindhorster zur Wahl. Besonders deutlich wird die Wahlmüdigkeit im Vergleich zur (bereits schwachen) Wahlbeteiligung an der Landtagswahl 2003. Hier einige Beispiele, umgerechnet auf die neuen Zuschnitte der Wahlkreise: WK 38 minus 13,94 Prozent, Stadt Rinteln minus 13,26, WK 37 minus 12,14 Prozent, WK 39 minus 10,39 Prozent.

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