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Anwohner der Enzer Straße feiern Straßenfest mit Spanferkelessen

"Jeder ist mit sich beschäftigt"

Stadthagen (han). Nach den Worten vieler alteingesessener Anwohner hat es an der Enzer Straße in Stadthagen noch nie ein Straßenfest gegeben. Zumindest bis zum vergangenen Freitag. Rund 60 Nachbarn lernten sich während der beschaulichen Party kennen und pflegten nachbarschaftlichen Zusammenhalt.

veröffentlicht am 04.08.2008 um 00:00 Uhr

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Ein Speisewunsch gab den Ausschlag. "Ich wollte unbedingt mal Spanferkel essen", erzählt Mathias Dytrt, der das Straßenfest initiierte, "aber dazu braucht man mindestens 40 Leute." Die Idee mit dem Straßenfest sei bei den Nachbarn auf helle Begeisterung gestoßen. "Alle haben sofort zugesagt", erzählt Dytrt, der seit sechs Jahren mit seiner Familie an der Enzer Straße wohnt. "Ich lebe seit 30 Jahren hier", berichtet Friedel Lutter, "ein Fest hat es auf der Enzer Straße noch nie gegeben." Auch Barbara Böhlke, die seit 33 Jahren an der Kreisstraße wohnt, kann sich an keine Feier erinnern. "Viele Anwohner kennen einander kaum." Warum? Karola Grundmeier vermutet, dass es an der stark befahrenen Straße liegt. "Wegen des hohen Verkehrsaufkommens halten sich die Anwohner nicht vor ihren Häusern, sondern in den hinteren Gärten auf." Daher kenne man nur die Nachbarn, die in der Nähe wohnen. Lutter ist anderer Meinung. "Nicht der Verkehr ist schuld, sondern die Mentalität." Alle seien mit sich selber beschäftigt, ergänzt Böhlke, die für die Party ihre Garage sowie Bänke und ein Gartenzelt beisteuerte. "Es musste erst jemand die Initiative ergreifen." Dafür seien alle sehr dankbar gewesen. Böhlke hatte für jeden Gast ein Namensschild samt Hausnummer angefertigt. "Auf diese Weise kann man später den Häusern in der Enzer Straße die richtigen Gesichter zuordnen." Während des Straßenfestes wurden Erfahrungen ausgetauscht und neue Bekanntschaften geschlossen. Jeder Gast steuerte Beilagen und Salate bei, während Dytrt das saftige Spanferkel in mundgerechte Portionen zerschnitt. Grundmeier und Dytrt, die gemeinsam eine Gartenbaufirma betreiben, waren verblüfft, als sie feststellten, dass in ihrer Nachbarschaft sechs Selbständige wohnen, darunter Handwerker, ein Kartoffelhändler sowie eine Versicherungsgesellschaft und ein Fußpflegestudio. Zwar wirke der Verkehr nicht unbedingt störend auf Nachbarschaft und Kommunikation, so der Tenor der Gäste. Ärgerlich sei jedoch die Lärmbelästigung durch die Zulieferer, die Mais zur Biogasanlage fahren. "Außerdem wäre es schön, wenn es häufiger Verkehrskontrollen gäbe", so Böhlke.

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