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Fleischer Paul Mühe sen. feiert sein 40. Jubiläum als Meister / Innovative Konzepte: Betrieb wächst und gedeiht

Jeden Morgen steht er pünktlich um 4.30 Uhr im Laden

Luhden (mig). Aus kleinen Anfängen hat Paul Mühe sen. (Fleischerei Mühe) ein florierendes Unternehmen geschaffen. Der 63-Jährige, der am 1. Februar das 40. Meisterjubiläum feierte, bereitet seit einiger Zeit seinen Abschied aus dem Berufsleben vor.

veröffentlicht am 03.02.2007 um 00:00 Uhr

Paul Mühe hat gut lachen: Kurz vor dem Rückzug aus dem aktiven B

Dass der Luhdener sich vielleicht bald aus seinem Büro am Brunnenweg 2 zurückzieht, können Menschen die ihn kennen, kaum glauben. Auch heute noch steht der Fleischermeister morgens um 4.30 Uhr im Laden, kommandiert und packt selbst mit an. "Was soll ich machen, der Beruf ist mein Hobby", meint Mühe augenzwinkernd. Diese Liebe zum Handwerk liegt wohl in der Familie - immerhin wird der Betrieb inzwischen in der dritten Generation geführt. Sein Vater hatte die kleine Filiale 1949 aufgebaut. Im Pökeln und Panieren ausgebildet wurde Paul Mühe aber nicht vom Papa, sondern in der Bückeburger Fleischerei Bokeloh. Obwohl er seine Schullaufbahn gerne fortgesetzt hätte, trat er dort mit 14 Jahren eine Lehre an. "Als einziger Sohn musste ich später die Fleischerei übernehmen", erklärt Mühe, warum er so früh den Griffel hinwarf. Letztendlich erwies sich der einmal eingeschlagene Kurs aber als goldrichtig. Seinen Meisterbrief bekam Mühe sogar in Rekordzeit ausgehändigt. "Ich war damals der jüngste Meister kreisweit", erinnert sich der gebürtige Bergdorfer stolz. Um die Prüfung erfolgreich zu absolvieren, musste Mühe allerdings auch einiges auf sich nehmen. Im entfernten Frankfurt wies er am 1. Februar 1967 das notwendigeFachwissen nach und bekam die Note "gut." "Ich hatte ganz schön Druck, den Kurs beim ersten Mal zu schaffen", meint Mühe schmunzelnd. Kein Wunder, war die Prüfung doch richtig teuer - 2000 Deutsche Mark musste man damals dafür hinblättern. Mühe: "Mein Vater sagte mir, dass ich auf keinem Fall durchfallen darf, weil er die Summe nur einmal aufbringen kann." Heute kann der Seniorüber die damaligen Schwierigkeiten lachen - sein Betrieb wächst und gedeiht, Geldprobleme hat das Luhdener Familienunternehmen schon lange nicht mehr. Im Gegenteil: Mit mehreren Filialen, 33 Mitarbeitern und innovativen Marketingkonzepten hat man sogar das landesweite "Fleischereisterben" überlebt. Mühe rechnet vor: "Als ich 1987 Innungsmeister in Schaumburg war, gab es 28 Innungsbetriebe. Erhalten geblieben sind davon nur 12." Aus den zahlreichen Geschäftsschließungen hat Mühe gelernt. Um ein finanzielles Ausbluten durch Aldi und Co. zu verhindern, holte er schon früh einen Berater von außen und ließ sich auf mutige Investitionen ein. "Wir richten uns nach den Verbraucherwünschen, gehen dahin, wo auch die Kunden sind", macht Mühe sein bewährtes Konzept deutlich. In Zukunft will der Familienbetrieb noch weiter in die Fläche gehe - auch in Rinteln und Stadthagen sollen in absehbarer Zeit Filialen eröffnen. Angesichts der positiven Entwicklung, die das Unternehmen in den letzten Jahrzehnten genommen hat, kann Mühe sich beruhigt ins zweite Glied zurückziehen. "Die Weichen sind gestellt und ich habe gute Nachfolger", weiß der Senior.



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