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Zu viel Beamtenstaat

Jämmerliches Geheule der Polizei

Nahezu jeden Missstand in unserer Republik begleiten der Beamtenbund und die Gewerkschaft der Polizei mit jämmerlichem Geheul nach mehr Beamten, am besten gleich mit dem passenden Parteibuch.

veröffentlicht am 18.07.2019 um 19:38 Uhr
aktualisiert am 06.08.2019 um 12:35 Uhr

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Zu: „15 336 Haftbefehle nicht vollstreckt“, vom 15. Juli
Die Exekutive unseres Landes, von den gesetzgebenden Institutionen reden wir erst gar nicht, ist fest in der Hand von Parteien und Gewerkschaften. Ohne verbrieftes politisches Glaubensbekenntnis (Partei- oder Gewerkschaftsbuch) ist in unseren Staatsorganen keine Karriere zu machen. Die Parteien haben für die gründliche Durchbonzung unseres Beamtenstaates gesorgt. Und es ist noch nicht genug. Immer mehr und immer mehr verbeamtete Parteigenossen sollen dem Rest der arbeitenden Bevölkerung bis zu ihrem Lebensende auf der Tasche liegen. Während der nächsten 30 Jahre müssen Kommunen, Länder und der Bund 1,4 Billionen Euro (1400 Milliarden) nur für Beamtenpensionen und Beihilfeleistungen aufbringen (FOCUS online vom 4. Januar 2018). Niemand weiß, wo dieses Geld herkommen soll. Eine Angleichung der Beamtenpensionen von 75 Prozent des Bruttogehaltes auf das aktuelle Niveau der Renten von 43 Prozent und die Eingliederung der Beamtenversorgung in die Deutsche Rentenversicherung sind seit langem dringend geboten. Aber wir können uns das Geschrei, Gejammer und Geheul des Beamtenbundes und seiner Mitglieder vorstellen, sollte jemand wagen, diese längst überfällige Reform durchzusetzen. Und darauf sollten wir auch nicht hoffen; denn drei Viertel der Mitglieder der Bundes- und Landesparlamente sind öffentlich Bedienstete. Also schlechte Aussichten auf Konsolidierung.

Das letzte Brötchen in unserem Land „verputzen“ die Beamten, daran sollte keiner zweifeln. Über 15 000 rechtskräftig zu Haft Verurteilte tummeln sich genüsslich unter den Augen unseres Staates in Freiheit, begehen möglicherweise weitere Straftaten und genießen die schlumpfige Verträumtheit unserer verbeamteten Strafverfolgung (Lügde). Außer nach noch mehr Beamten – und deren lebenslanger Versorgung durch den Rest der arbeitenden Bevölkerung – zu schreien, fällt den Verantwortlichen und der Gewerkschaft der Polizei nichts ein. Dabei liegt die wirkungsvolle und preiswerte Lösung – ohne Pensionsberechtigte – auf der Hand. Nur weil den Amis mit ihrem aktuellen Präsidenten ein geschichtsträchtiger Griff ins Klo unterlaufen ist, sollten wir dennoch einen Blick über den Großen Teich wagen und versuchen, von dort abzuschreiben.

Seit Gründung der Vereinigten Staaten und auch schon davor funktioniert dort das System der Kopfgeldprämien für jedermann auf ausgeschriebene, knastpflichtige Kriminelle höchst effektiv und preiswert. Dazu braucht es keine pensionsberechtigten Beamten! Oder sind wir auch zum Abschreiben zu dämlich?



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