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300 Gäste, vibrierende Stimmung: Landwein muss nachgeordert werden

Italienische Nacht: "O sole mio" bei flackernden Windlichtern

Obernkirchen (sig). Ganz so lauschig wie erhofft war die Sommernacht nicht, die sich die Veranstalter für die deutsch-italienische Begegnung in der Innenstadt ausgesucht hatten. Aber es wurde dennoch südländisch-temperamentvoll gefeiert bei der vierten "Italienischen Nacht" in der Bergstadt. Nicht zuletzt deshalb, weil sich das gesamte Geschehen weitgehend auf der Straße abspielen konnte - ganz im Sinne der Gastgeber.

veröffentlicht am 30.08.2006 um 00:00 Uhr

Stimmungsvolle Beleuchtung und Dekoration auf beiden Seiten der

"Als wir die Bänke, Tische und Stühle sowie die ausgeliehenen Partyzelte auf der Friedrich-Ebert-Straße aufgestellt hatten, da war uns ob der Wetterbedingungen noch etwas mulmig zumute, aber ab 19 Uhr besserte sich unsere Stimmung sichtlich", sagte Mitorganisator Ulrich Irzik. Ihm sei ein ganzer Laster voll Steinen vom Herzen gefallen, nachdem immer mehr Gäste eingetroffen waren und der Regen ausblieb. Gegen 21 Uhr tummelten sich an die 300 Besucher im Bereich der Kernstadt, und die Bedienungen hatten alle Hände voll zu tun. Mit Luftballons, Lichterketten und Papierfähnchen in den Nationalfarben war das gesamte Umfeld geschmückt worden. Auf einigen Tischen standen Windlichter. Der rote Landwein aus Apulien, das Bier und die verschiedenen anderen Getränke sowie die unermüdlich spielende und singende italienische Band aus Paderborn sorgten bei einbrechender Dunkelheit für eine vibrierend wirkende Stimmung. Wer dabei war, konnte meinen, er erlebe eine unbeschwerte Feriennacht irgendwo an der ligurischen Küste. Beim Evergreen "O sole mio" wurde das Straßenpflaster zur Tanzfläche. Die Luft war zwar nicht ganz so sanft wieüblicherweise am Mittelmeer, aber es gab auch keinen Grund zum Frösteln. Die angebotenen Speisen taten ihr Übriges, um sich an der italienischen Lebensart und Esskultur zu erfreuen. Die Platten leerten sich oft schneller als sie wieder gefüllt werden konnten. Und auch dem Landwein wurde so reichlich zugesprochen, dass noch nachts für Nachschub gesorgt werden musste. Bürgermeister Horst Sassenberg, der wie etliche andere Kommunalpolitiker und Bürgermeisterkandidaten von dem Treiben angezogen wurde, freute sich über eine endlich mal wieder dicht gefüllte Fußgängerzone. Er erinnerte sich daran, dass es vor etwa einem Jahrzehnt bereits einmal im September eine "Italienische Nacht" im La-Flèche-Park gegeben hat. Damals habe so mancher Italiener noch mit etwas Abstand skeptisch zugeschaut, zumal das Wetter mies gewesen sei. Beim diesjährigen Gemeinschaftsfest war das anders. Selbst der anwesende Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier erweckte den Eindruck, als würde er sich liebend gern unter das tanzende Volk mischen. Das "Team Obernkirchen" wollte seinen Beitrag zu diesem Stadtfest leisten und zeigte - unter anderem im Schaufenster der Info-Galerie - Texte und Bilder, die sich mit dem Zusammenleben der Obernkirchener und ihrer italienischen Mitbürger befassen. Dieser historische Überblick ist von den achten Klassen der Haupt- und Realschule im Rahmen des Wettbewerbs "Deutsche Geschichte" zusammengestellt worden. Er erinnert vor allem an jene Zeit, als sich viele Gastarbeiter bei der Glasfabrik Heye und in der Bergstadt einlebten. Damalswar die Nachfrage nach Arbeitskräften noch groß. Das hat sich seitdem gründlich gewandelt. Nicht wandeln soll sich die "Italienische Nacht", die Michele Vellini zusammen mit den schon bislang beteiligten Geschäftspartnern auf der Friedrich-Ebert-Straße auch 2007 ausrichten will. Ulrich Irzik versprach, sie ein weiteres Mal bei den Vorbereitungen zu unterstützen.

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  • Heinz Reker
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