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Die Reihe der "Rintelner Abendgespräche" mit aktuellen Themen beginnt am 18. November

Ist der Calvinismus am Kapitalismus schuld?

Rinteln (ur). Seit Jahren bemühen sich die Gemeinden der lokalen Ökumene in den Rintelner Abendgesprächen darum, die unterschiedlichen und die gemeinsamen Positionen der verschiedenen Konfessionen zu Fragen von Ethik, Religion und sozialen Problemen herauszuarbeiten.

veröffentlicht am 07.11.2008 um 00:00 Uhr

Die Gesprächsrunden der Saison 2008/2009 wirken dabei so nahe wie wohl noch nie an den zentralen politischen Themen unserer Zeit. "Dabei haben wir dies bei der Entwicklung des Programms gar nicht so vorgehabt - es ergibt sich einfach durch die beiden großen Jubiläen, die vor uns liegen oder schon begonnen haben", meint dazu Pastor Heiko Buitkamp, der für die reformierte Gemeinde an den Vorbereitungen beteiligt war. Die großen Jubiläen - das bedeutet zum einen, dass die Reformation anno 2017 auf ihr 500-jähriges Bestehen zurückblicken kann, aber der Weg dazu schon seit dem vergangenen Jahr über die "Luther-Dekade" beschritten wird. Ein gewichtiger Beitrag in diesem Rahmen ist sicher der Vortrag, den Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann am 9. Juni 2009 im Ratskellersaal halten wird unter dem Motto "Bibel, Beten und Bekenntnis - aktuelle Herausforderungen auf dem Weg zum Reformationsjubiläum". Das "andere Jubiläum" ist das Calvin-Jahr, das aus Anlass des 500. Geburtstag dieses Reformators in Rinteln vor allem von der reformierten Kirchengemeinde getragen wird. Dazu ist am 4. März 2009 im reformierten Gemeindesaal ein Vortrag von Dr. Martin Eberle aus der Geschäftsstelle "Domschätze" in Halberstadt vorgesehen - unter dem provozierenden Titel "Schuf der Calvinismus den Kapitalismus?" Angesichts der aktuellen Krise der internationalen Wirtschafts- und Finanzsysteme ist hier wohl mit einer ausgesprochen aktuell orientierten Debatte zu rechnen. Auch die Fragestellung "Hat Gott seine Hand im Spiel" verspricht einiges an Brisanz. Wird doch dazu am 16. April kommenden Jahres im Johannis-Kirchzentrum Prof. Dr. Reinhold Bernhardt referieren - seines Zeichens Ordinarius für systematische Theologie und Dogmatik an der Universität Basel. Bernhardt beschäftigt sich mit den Bestrebungen, die Evolutionstheorie von Darwin durch das biblisch-wortgetreue Schöpfungsverständnis der Kreationisten zu ersetzen, deren Theorie vom "Intelligenten Design" in Teilen des US-amerikanischen Bildungswesens bereits Einzug gehalten hat und auch von konservativen Schulpolitikern in Deutschland schon als Option für den Unterricht ins Spiel gebracht wird. Eröffnet wird die Veranstaltungsreihe am Dienstag, 18. November, im Pfarrheim der katholischen St. Sturmius-Gemeinde mit einem Gesprächsabend unter dem ungewöhnlichen Titel "Er soll unter einem Baum in Tschechien beerdigt werden". Dabei werden Bestatter und andere Fachleute gemeinsam mit Oberlandeskirchenrat Dr. Hans-Christian Brandy und Pastoralreferent Ulrich Domdey über traditionelle und neue Formen der Bestattung informieren und die Frage aufwerfen, was gewisse moderne Entwicklungen für Trauer- und Erinnerungsarbeit bedeuten könnte. Moderiert werden die Gespräche durch die Pastoren der Rintelner Gemeinden - und der Eintritt für diese hochkarätig besetzte Vortragsreihe ist in allen Fällen frei.



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