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Kein augenärztlicher Notdienst im Landkreis / Odyssee der Loths führt durch fünf Städte schließlich zum Ziel

Irrfahrt nach dem Notarzt führt durch zwei Landkreise

Bückeburg (rc). Im Landkreis Schaumburg gibt es keinen augenärztlichen Notdienst. Das erfuhr jetzt auf höchst unliebsame Weise unser Leser Wilfried Loth, der mit seinem Sohn quer durch zwei Landkreise fahren musste, bis schließlich die Untersuchung erfolgte, ein Rezept verschrieben und das schließlich auch noch eingelöst werden konnte.

veröffentlicht am 27.10.2006 um 00:00 Uhr

Begonnen hatte alles damit, dass seinem Sohn am Wochenende eine Ader im Auge geplatzt war. Da er an den Folgen eines Unfalls leidet, entschloss sich die Familie zur Behandlung und fuhr mit ihren Sohn zur Augenklinik nach Stadthagen. Dort erklärten man, dass die Augenklinik am Wochenende nicht für Notfälle zuständig sei und verwies auf den augenärztlichen Notdienst in Wunstorf. Da das den Loths viel zu weit war, fuhren sie nach Minden zur Augenklinik am Klinikum, erhielten dort aber auch nur die Auskunft, dass die Mindener Klinik nicht für Notfälle am Wochenende zuständig ist. Immerhin konnten Telefonnummer und Adresse des augenärztlichen Notdienstes im Nachbarkreis Minden-Lübbecke ausfindig gemacht werden. Zum Glück hatte an dem Wochenende ein Hausberger Augenarzt den Notdienst - sonst hätte es auch nach Rahden oder Espelkamp gehen können. Wie dem auch sei: In Hausberge wurde untersucht und ein Rezept ausgestellt. Dann ging es zurück nach Bückeburg. Wo die Odyssee für die Loths immer noch kein Ende hatte. Denn den Apothekennotdienst hatte keine Bückeburger Apotheke, sondern eine Rintelner. Also ging es weiter in die Weserstadt, wo die diensthabende Apotheke zwar geöffnet hatte, das verschriebene Medikament aber nicht vorrätig war. "Müssen wir bestellen",hieß es. Darauf verzichteten die Loths und fuhren weiter: zurück nach Minden, wo sie schon einmal waren, um dort das Rezept einzulösen. Was schließlich und endlich auch gelang. Wilfried Loth: "Ein Glück, dass wir ein Auto haben." Kreisdezernentin Ursula Krahtz bestätigte auf Anfrage, dass es im Landkreis keinen augenärztlichen Notdienst gibt. Diesen einzurichten, sei Aufgabe der niedergelassenen Augenärzte und der Kassenärztlichen Vereinigung. Sie müssten mit den Krankenkassen über die Kosten verhandeln, weil die Ärzte einen solchen Notdienst selbst zu organisieren, selbst zu finanzieren und selbst abzurechnen hätten: "Der Landkreis hat keine Zuständigkeit."

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