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Aldi, Deichmann, Edeka: Nordstadt-Pläne weit gereift / Neue Kreisel und Straße

Investor will "Schmuckkästchen" - Kritiker sehen "Totengräberstadt"

Deutlich größer als der Marktkauf (unten rechts) ist das geplante Sondergebiet Bahnhofstraße (gelb markiert). Foto: tol Rinteln (crs). Aldi soll hier einziehen, Deichmann auch, und wahrscheinlich ein Edeka-Lebensmittelmarkt, WEZ vielleicht oder Neukauf. Die Pläne für das Einkaufszentrum im Norden der Stadt sind weit fortgeschritten. Und gar nicht mehr so neu: Schon im März 2005 hatte es erste Gespräche zwischen der Profilia-Bauplanungsgesellschaft und der Stadt gegeben. Entsprechend froh ist Investor Friedhelm Hohmeier über das grüne Licht aus demVerwaltungsausschuss: "Wir wollen jetzt langsam anfangen."

veröffentlicht am 24.02.2007 um 00:00 Uhr

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Ähnlich erleichtert ist die Volksbank in Schaumburg, deren Neubaukonzept für die Nordstadt-Filiale bereits seit Jahren fertig in der Schublade liegt. "Unbedingt!", freut sich Marktbereichsleiter Ansgar Haverkamp über die gute Nachricht aus dem Verwaltungsausschuss. Die Geschäftsstelle soll auf 300 bis 400 Quadratmeter vergrößert werden: "Wir brauchen dringend mehr Platz." Die Profilia GmbH hat ihr ursprüngliches Konzept ein bisschen verändert. Das SB-Warenhaus soll jetzt größer werden, dafür werden weniger andere Sortimente angeboten. Außerdem trägt der neue Entwurf dem Wunsch der Stadt Rechnung, in ferner Zukunft eine Straße durch das Gebiet bauen zu können. Etliches an Vorarbeit ist bereits in der Planungsphase geleistet worden: Die Verkehrsexpertise hat einen Kreisel an Bahnhofstraße und Bahnhofsallee als empfehlenswerte Verkehrsführung hervorgebracht. Und das Gutachten zur Altbelastung des Bodens hat kaum Besonderheiten zum Ergebnis gehabt: Punktuell an den Bahngleisen muss belastetes Erdreich ausgetauscht werden, "ein paar Kubikmeter - im Vergleich zum Gesamtvolumen gehtdas unter", meint Hohmeier. Zur Gestaltung des Gebäudes verspricht Hohmeier: "Wir wollen mehr tun als das Übliche" - was im Übrigen von der Stadt auch als klare Voraussetzung formuliert worden sei. Das nördliche Eingangstor von Rinteln soll zu einem "Schmuckkästchen" werden. Und trotzdem gibt es zum Teil deutliche Kritik an dem Vorhaben. Im Ortsrat Rinteln stimmten Gerhard Helmhold (Grüne) und Gert Armin Neuhäuser (WGS) gegen die Pläne. "Dann wird Rinteln zur Totengräberstadt", befürchtet Neuhäuser massive Auswirkungen auf die Innenstadt; ein solches Großprojekt vertrage eine Kleinstadt wie Rinteln einfach nicht. Außerdem werde durch die bloße Verlagerung von Aldi und Deichmann von der Stoevesandtstraße ins neue Einkaufszentrum eine neue Brache geschaffen. "Da nützt es nichts, wenn der eine Schandfleck weg ist", erinnert Neuhäuser zum Beispiel an Probleme, den alten Marktkauf-Baumarkt loszuwerden. Gerhard Helmhold befürchtet einen "Verdrängungswettbewerb der großen Lebensmittelketten". Diese Auffassung stützt ein Brief des Lebensmittel-Discounters Jibi an die Fraktionsvorsitzenden der Ratsparteien: Beim Bau des Einkaufszentrums prophezeit die Geschäftsführung das Aus für den Markt an der Straße "Unter dem Stiderfeld". Ulrich Goebel (CDU) weist auf die Notwendigkeit eines weiteren Kreisels am anderen Ende des Sondergebiets hin, an der Ecke Emerten/Galgenfeld/Konrad-Adenauer-Straße. "Das ist ein absolutes Nadelöhr", plädiert Rintelns Ortsbürgermeister für eine Entschärfung der Verkehrssituation auch hier.

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