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Diskussion im Wilhelm-Busch-Gymnasiumüber Gefahren für Kinder

Internet-Chats: Lucy (12) kann in Wahrheit Karl-Heinz (54) heißen

Stadthagen (ssr). "Was machen unsere Kinder im Internet? Was macht das Internet mit unseren Kindern?" Rund 120 Eltern und Lehrer des Wilhelm-Busch-Gymnasiums waren der Einladung des Schulelternrats gefolgt, mit Expertenüber das Thema "Internet und Jugendschutz" zu sprechen. Im Mittelpunkt stand dabei die Sicherheit von Onlinechats.

veröffentlicht am 26.01.2008 um 00:00 Uhr

Das Podium: Cornelia Pönnighaus (Vorsitzende des Schulelternrats

Die Welt ohne Internet, das sei Geschichte, stellte Schulleiter Heiko Knechtel eingangs fest. An Schultagen würden Jugendliche durchschnittlich 70 Minuten täglich chatten, an anderen Tagen sogar 122 Minuten. Auf mögliche Gefahren machte Tamara Weiß, Eltern-Medien-Trainerin und Referentin der Landesstelle Jugendschutz, in einem einleitenden Vortrag aufmerksam. Sie warnte davor, persönliche Daten im Chat preiszugeben: "Kinder und Jugendliche machen sich oft nicht klar, dass sich hinter Chatpartnerin ?Lucy (12)' genau so gut ?Karl-Heinz (54)', verbergen kann. So fit sie im Umgang mit dem Computer sind, so wenig durchschauen sie oft die Strategien sexueller Anmache." Diese beginne mit scheinbar harmlosen Fragen wie "Was hast du denn an?", die darauf abzielten, Jugendliche in Gespräche sexuellen Inhalts zu verwickeln. Weiß: "Wichtig ist, dass Jugendliche wissen, dass ihnen etwas unangenehm sein darf und dass es erlaubt ist, den Chat jederzeit ohne Angabe von Gründen zu beenden." Es sei ratsam, zu einem ersten realen Treffen mit Chatfreunden eine Vertrauensperson mitzunehmen. "Wie viel Internet ist gesund?", "Wie kann ich mein Kind schützen?" oder "Wie gehe ich mit Konflikten zum Internet um?" lauteten häufig gestellte Fragen in der anschließenden, von Beratungslehrer Siegfried Doepel geleiteten Diskussion. "Ein Grundwissen über Chats, Computerspiele und Downloads müssen Eltern haben", befand Hauptkommissar Axel Bergmann, Präventionsbeauftragter der Stadthäger Polizei. Eltern sollten versuchen zu verstehen, was Jugendliche am Chatten finden, ergänzte Weiß. Reizvoll seien vor allem die scheinbare Anonymität, die grenzenlosen Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen und - gerade in der Pubertät - die Chance, sich virtuell eine andere Persönlichkeit zuzulegen. "Einfach nur den Stecker zu ziehen, ist keine Lösung. Bleiben Sie mit Ihren Kindern im Gespräch über das, was sie im Internet tun." Das Abschalten des Computers indes könne man getrost einer Software überlassen, betonte WBG-Lehrer Holger Wirtz: "Dann ist nach der vereinbarten Zeit am PC automatisch Schluss - ohne Diskussion." Informationen: Mehr zum Thema unter www.jugendschutz.net oder www.internet-notruf.de .



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