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14 Tage haben die Helfer von Interhelp Strapazen auf sich genommen – Tägliche Berichte aus dem Erdbebengebiet

Interhelp-Blog: Ein Tagebuch der Katastrophenhilfe

Sumatra (interhelp). „Aus dem Katastrophengebiet berichten Reinhold Klostermann und Christian Käse von ihrem Interhelp-Einsatz (Fotos aus dem Erdbebengebiet werden bei wesio.de/user/Interhelp eingestellt). Bitte helft uns helfen. Jeder Euro hilft (Spendenkonto-Nr. 20313 BLZ 254 501 10 - Sparkasse Weserbergland).

veröffentlicht am 21.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 13:41 Uhr

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Gesendet: Dienstag, 20. Oktober 2009 13:19.

Gestern gegen 22.30 Uhr (wir waren in unserem Nachtquartier) wackelte plötzlich die Erde unter unseren Füßen. Fensterscheiben gingen zu Bruch. Ich wusste sofort: Das ist ein Erdbeben. Wir rannten auf die dunkle Straße - nur mit Unterwäsche bekleidet. Dort kamen immer mehr Menschen zusammen. Ihre Gesichter spiegelten sehr große Angst wieder, einige schrien. Viele hatten Panik. Das Stromnetz war unterbrochen. Ich fühlte mein Herz aufgeregt schlagen.

Ich erkundigte mich bei unseren Hotelpersonal, die mir sagten, dass es sich um ein Erdbeben in ca. 50 Kilometer Entfernung in der Stadt Panang handelte. Diese Info hat er von einem Freund, der dort wohnt. Über Schäden, Verletzte oder Tote konnte er nichts sagen. Wir gingen weiter in Richtung Zentrum, um zu schauen, ob wir irgendwo helfen können, falls Menschen verletzt sind. Einige Wände sind eingestürzt, die vorher schon Schäden hatten. Nach zwei Straßenzügen der Erkundung konnten wir nichts Schlimmes feststellen und beschlossen wieder ins Hotel zu gehen. Die ganze Nacht haben wir nicht mehr geschlafen. Von Ulrich Behmann, der von Hameln aus im ständigen Kontakt mit dem US-Erdbebenzentrum steht, haben wir später erfahren, dass es ein Erdbeben der Stärke 4.9 war. Das Epizentrum lag ganz in der Nähe von unserem Nachtquartier in Padang.

Unser letzter Tag in unserem Dorf (Interhelp-Ambulanz) war von vielen Dankesreden geprägt. Die Menschen hier haben uns gesagt, dass wir bitte nicht gehen sollen, sondern hier weiter helfen möchten. Kinder, die uns lieb gewonnen haben, weinten.

Eigens aus Jarkata ist der Präsident die Hilfsorganisation Al Amin angereist, um uns zu danken.

Wir mussten heute Nachmittag zum Ministerpräsidenten von Pariaman kommen. Hier wurde uns eine Urkunde überreicht und viel über die Hilfe von Interhelp gesprochen. Er sagte, dass wir immer einen Platz in den Herzen der Bürger haben werden, die Gebete von ihm an den lieben Gott Gehör gefunden haben und er uns geschickt hat. „Danke für alles..Ihr werdet immer einen Platz auch in meinem Herzen haben.“

Wir verlassen das Land mit einem Lachen, aber auch mit Wehmut. Einem Lächeln, dass wir 1051 Menschen helfen konnten, und mit Wehmut, da die Menschen in unserem Distrikt wieder für sich selbst sorgen müssen. Wir haben das Dschungel-Hospital der indonesischen Hilfsorganisation „Al Amin“ übergeben. „Al Amin“ wird unsere Arbeit fortführen.“

Das komplette Tagebuch und viele Fotos bei:

Reinhold Klostermann hilft, wo er kann. Hier misst er die Temperatur.



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