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Ausnahmezustand: 72 Unterrichtsbesuche in fünf Tagen / Ergebnisse gibt's erst in sieben Wochen

Inspektoren des Landes durchleuchten die BBS

Stadthagen (jl). "Ausnahmezustand" an der BBS Stadthagen: Das Berufsschulzentrum an der Jahnstraße ist fünf Tage lang von vier Schulinspektoren des Landes durchleuchtet worden - und zwar gründlichst. Ein verbindliches Ergebnis haben Schulleiter Jürgen Steltner und dessen Stellvertreter Hans-Heinrich Ringe noch nicht. Schlecht wird die Schule nach ihrer Einschätzung aber nicht abgeschnitten haben. Das sei in den Äußerungen der Inspektoren angeklungen.

veröffentlicht am 04.10.2006 um 00:00 Uhr

Die BBS Stadthagen ist laut Steltner eine der ersten Berufsschulen in Niedersachsen, die inspiziert worden ist. Die Vorbereitungen für die Prozedur haben laut Ringe bereits vor den Sommerferien begonnen. Die Schulleitung musste den Inspektoren Unmengen von Daten über die Schule vorab übermitteln, und als die vier gekommen seien, "wussten sie ziemlich genau über unsere Schule Bescheid", so Ringe. Mit den Vorablieferungen war jedoch der Informationshunger nicht gestillt. "Der Schulassistent hat noch einmal einen Handwagen voll Datenblätter bringen müssen", ergänzte Steltner. Was die Inspektoren nicht nach Aktenlage erfahren konnten, haben sie sich durch sehr gezielte Fragen verschafft. Interviewt wurden dabei Lehrer, Schüler, Eltern, Vertreter der Ausbildungsbetriebe sowie Vertreter des nichtpädagogischen Personals und natürlich die Schulleitung. Eine wichtige Rolle in diesen Gesprächen hat nach Steltners Angaben die Zufriedenheit der Interviewpartner mit der BBS gespielt. Zur Inspektion haben auch Unterrichtsbesuche nach dem Zufallsprinzip gehört, die allerdings über alle Schulbereiche verteilt gewesen seien. 72 Besuche hat es an den fünf Tagen gegeben. "Das sind 56 Prozent des Unterrichts", erklärte der Schulleiter. Eine erhöhte Krankenzahl im Kollegium hat es übrigens während der Inspektion nicht gegeben. Das endgültige "Zeugnis" wird die BBS erst in etwa sieben Wochen bekommen. Aus den Äußerungen der Inspektoren sei jedoch deutlich geworden, dass die Stärken der Stadthäger Berufsschule ihr seit Jahren praktiziertes Beratungssystem und ihr Unterrichtsverbund mit den allgemein bildenden Schulen sei. "Zur Sprache gekommen sind auch die Schwächen, die wir kennen", so Steltner. Allerdings "sind uns einige Feinheiten deutlicher geworden", sagte Ringe. Und pädagogisch seien die fünf Ausnahmetage allemal "ein Anstoß" gewesen, ist sich Lolita Gooßen sicher.

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