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Regenerative Energie durch Blockheizkraftwerk auf Gelände der Harden Barracks? / "Mittelfristig billigere Energie"

"Insellösung als erster Schritt in die Energie-Zukunft"

Obernkirchen (rnk). Die Idee ist sieben Jahre alt. Schon 1999 hat sich Wolfgang Hein Gedankenüber die Energiezukunft des Freibades gemacht. Eine nachhaltige Stabilisierung der Energieströme müsse angestrebt werden, damit das Ziel erreicht werden können: ein Ganzjahresbetrieb. Jetzt findet sich diese Idee in einem Konzept wieder, das Hein federführend mit Thomas Stübke ausgearbeitet hat. Unter dem Titel "Ideenskizze Obernkirchen - Blockheizkraftwerk Sonnenbrink" haben sie ein Konzept erarbeitet, das durch einen möglichst hohen Einsatz regenerativer Energien eine weitgehend autarke Energieversorgung sicherstellen soll. Das Ziel: Mittelfristig sollen die Verbrauchskosten unter denen herkömmlicher Anbieter liegen.

veröffentlicht am 26.08.2006 um 00:00 Uhr

Am 4. September wird ihr Blockheizkraftwerk-Konzept auf der 4. R

Herzstück ihres Planes ist die Alte Bückeburg. Dort, in den Ruinen der Harden Barracks, könnte ein Blockheizkraftwerk gebaut werden, das für das Sonnenbrinkbad, die Firma Heye und die umgebende Wohnbebauung Energie liefert. Einen Radius von einem Kilometer sehen Stübke und Hein als machbar an, darüber hinaus wäre eine Lieferung durch die Wärmeleitungen nicht mehr effektiv. "Eine Insellösung", meint Stübke, aber "auch ein Schritt in die autarke Energiezukunft". Denn dort oben, in den Harden Barracks, ist vorhanden, was ein Blockheizkraftwerk oder - ebenfalls denkbar - ein Holzhackschnitzelheizwerk benötigen: Holz. Ohne größere Probleme können es auf das Barrackengelände geliefert werden, die notwendige Infrastruktur, also Straßen, wären bis auf eine noch anzulegenen kleinen Stichweg vorhanden. Die Alternative: Biomasse, die auf den nahen Feldern wachsen würde. Stübke hat sich von der Realitätsnähe dieses Konzept vor gut einem Monat überzeugt: In Jühnde, dem Energievorzeigedorf Niedersachsens, wird so Gas erzeugt, das als Energie in den Häusern ankommt. Bei einem Radius von einem Kilometer wären dies in Obernkirchen rund 200 Wohngebäude, die in Frage kämen. Inspiriert von den hohen Einsparmöglichkeiten, die der Landkreis bei seinen öffentlichen Liegenschaften nutzt, will Stübke die Energiesparpotentiale der städtischen Liegenschaften nach einer Wahl zum Bürgermeister "konsequent umsetzen". Diese Potential sei "erheblich". Stübke verweist auf die Grundschule, wo auf seine Anregung hin die Steuerung der Einzelräume durch die Firma Brauns Control (wir berichteten) umgesetzt wurde. 30 Prozent weniger Energie würden so verbraucht. Die Vorteile lägen auf der Hand, meint Stübke: Die Stadt würde einen Vertrag aufsetzen dem Unternehmen für einen längeren Zeitraum - etwa zehn Jahre - das Geld überweisen, das sie jährlich für die Energiekosten benötigen würde. Würde die Firma besser wirtschaften, wäre das ihr Gewinn. Für die Stadt hätte dies den Vorteil, dass sichergestellt sei, dass die Energiekosten in der Vertragslaufzeit nicht steigen würden. Das geht dem Bürgermeister-Kandidaten allerdings noch nicht weit genug: "Auch die Komplettbetreuung inklusive Personalübernahme durch ein privates Unternehmen werde ich schrittweise testen und bei Erfolg ganz umsetzen." Das städtische Personal solle dafür "optimal qualifiziert" werden und könne dann mit einem privaten Unternehmen Hand in Hand arbeiten - mit dem Ziel, professioneller und effizienter zu werden. In der Folge könnten dann auch weitere große Liegenschaften in der Stadt, wie etwa die Alten- und Pflegeheime oder auch Liegenschaften anderer Kommunen, betreut werden. Ein Nebeneffekt - neben der kompetenteren Erledigung bisheriger öffentlicher Aufgaben und der Festschreibung der Energieausgaben - wäre die weitere Entlastung des städtischen Haushaltes von Personalkosten. Das wiederum würde bedeuten, dass Politiker und Verwaltung weniger Einflussmöglichkeiten auf durchzuführende Baumaßnahmen hätten. Doch Stübke sieht dies eher als Vorteil: Schnellschüsse, ohne dass sich der Bestand nachhaltig verbessere, würde dann wohl seltener vorkommen.

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