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Mit „Jojo“ kommt bereits der vierte Geistliche aus dem Bundesstaat Kerala/Südindien in die Region

Indischer Pater für die Pfarrei St. Joseph

Lauenstein/Coppenbrügge/ Gronau (bl). Der neue indische Pater in der St.-Joseph-Gemeinde Gronau, Joseph Thomas (35), genannt Jojo, wird für ein Jahr den Pfarrer Dr. Christian Wirz in der pastoralen Arbeit unterstützen. Danach wird der Bischof Norbert Trelle ihm Aufgaben in einer Pfarrgemeinde übertragen. Nachdem der Pater erfahren hatte, dass er zur Unterstützung der deutschen Seelsorgearbeit nach Deutschland reisen solle, blieb ihm als einzige Möglichkeit, die Absolvierung eines sechswöchigen Sprachkurses am Goethe-Institut Anfang dieses Jahres.

veröffentlicht am 19.10.2009 um 11:06 Uhr

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Für Heimweh bleibt ihm keine Zeit

Dass er gleich mit offenen Armen und ungeheurer Herzlichkeit in der gesamten Pfarrei St. Joseph aufgenommen wurde, erleichtert ihm die Anpassungsphase. Mit Pater Jojo kommt bereits der vierte Geistliche aus dem Bundesstaat Kerala/Südindien in die Pfarrei St. Joseph. Dazu zählt der ehemalige Gronauer Pfarrer Xavier Kandankary wie auch Pater Sabu, der kürzlich die Aufgabe als Pfarrvikar in einer Braunschweiger Pfarrei übernommen hat, sowie Diakon Dr. Joseph Theruvath aus Gronau. In der großflächigen Pfarrei St. Joseph wartet eine große Aufgabe auf ihn, der noch nie sein Heimatland Indien verlassen hat. Pfarrer Dr. Wirz wird ab dem 26. Oktober zwei Tage pro Woche sein Kirchenrechtstudium in Münster beginnen. Daher wird Pater Jojo dann die Aufgabe übernehmen, die Gottesdienste in den Kirchorten Eitzum, Elze, Mehle, Lauenstein und Coppenbrügge zu halten. Hierbei wird er unterstützt von Dr. Theruvath und der Gemeindereferentin Barbara Volz-Lindner.

Inzwischen fühlt sich der Geistliche, der in Gronau wohnt, schon sehr wohl und für Heimweh bleibt ihm gar keine Zeit beim Eintauchen in eine neue Kultur. Innerhalb eines Jahres soll er durch ein Projekt Erfahrungen in deutscher Seelsorge sammeln, um dann nach der Entscheidung durch Bischof Norbert Trelle eine eigenständige Pfarrei übernehmen zu können, wie sein Vorgänger Pater Sabu. Zwar findet er hier weniger Gläubige vor als in seinem Heimatland Kerala. Die Deutschen sind aber sehr gläubig und andächtig. Außerdem bringen sie sich aktiv ins Gemeindeleben ein, stellt der junge Geistliche fest. Für ihn gibt es nun tagtäglich viel zu lernen, ob es die deutsche Sprache ist, die ihm sehr schwer erscheint, oder Gebetstexte; aber auch der beabsichtigte deutsche Führerschein, damit er bald mit dem Auto unterwegs sein kann, um Pfarrer Wirz bei der Betreuung der 3836 Gläubigen zu unterstützen. Joseph Thoma wurde 1974 in Palai geboren und lebte dort mit einem älteren Bruder, drei Schwestern und seinen Eltern. Sein Theologiestudium absolvierte Jojo in Shillong, das Philosophiestudium an der Universität von Bangalore. Seine Priesterweihe empfing er am 2. Januar 2006 in seiner Heimatkirche im Bistum Thamarassery. Als Missionar des Ordens des Heiligen Franz von Sales, den „Fansalianern“, ging Pater Jojo dann in den Nordosten Indiens, wo Indien seine Grenze zu Bangladesh, China, Nepal, Bhutan und Burma hat und arbeitete dort in Assam und Manipur bis Dezember 2008. „Ich freue mich sehr, hier bei ihnen zu sein und bin dankbar für die vielen hilfsbereiten Menschen, die offen auf mich zugehen und mir helfen“, so Pater Joseph.

Hat zuvor noch nie sein Heimatland Indien verlassen: Pater Joseph Thomas, genannt Jojo, der für ein Jahr Pfarrer Dr. Christian Wirz in der pastoralen Arbeit unterstützen wird.

Foto: bl

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