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TV Deutsche Eiche Holzminden bester Verein / Karl Krüger mit 83 Jahren der älteste Teilnehmer

In Welsede fliegen wieder Steine und Stämme

Ulli Bönning vom TuS Eisbergen gibt alles beim zuschauerträchtigen Steinstoßen.

veröffentlicht am 14.10.2009 um 17:17 Uhr
aktualisiert am 18.01.2010 um 13:05 Uhr

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Fotos: fn

Welsede (fn). Ein „seltsames Völkchen“ sind sie schon, die Fünfkampfer, die an dem Wettkampf der etwas anderen Art des TV Jahn Welsede teilnehmen. Mussten sie doch ein Jahr lang warten, um auf dem Sportplatz am Siek wieder einen Baumstamm in ihren Armen halten zu dürfen. Und was machen sie dann damit? Sie stoßen ihn gleich wieder von sich weg, und das so weit wie möglich. So wie Michael Suhr vom TSC Fischbeck, der mit 6,74 Metern die Tagesbestweite erzielte.

75 Sportler, einige reisten aus Holzminden, Herford und Hildesheim an, ließen sich durch den bis zum Mittag fallenden Regen nicht davon abhalten, sich beim etwas anderem Mehrkampf in Welsede zu messen.

„Die Bedingungen sind doch für alle gleich. Solange es nicht von oben regnet, stört mich das nicht“ sprach Ulli Holte aus Fischbeck das aus, was wohl alle dachten. So hallte neben den Urschreien der Natursteinstoßer immer mal wieder ein „Achtung“ über die Anlage am Siekweg, wenn ein nasser Vollball dem Werfer aus den Händen glitt und seine Flugbahn in Richtung Zuschauer oder Parkplatz änderte. Bereits zum 18. Mal richtete der TV „Jahn“ Welsede seinen „Fünfkampf der etwas anderen Art“ mit Disziplinen wie Schleuderballwurf, Standweitsprung und Vollballwurf aus, bei dem wie immer das Baumstammwerfen und das Steinstoßen die meisten Zuschauer anlockte.

Michael Suhr (TSC Fischbeck) warf den Baumstamm am weitesten.
  • Michael Suhr (TSC Fischbeck) warf den Baumstamm am weitesten.
Marco Waltemathe vom TV Jahn Welsede beim Vollball-Werfen
  • Marco Waltemathe vom TV Jahn Welsede beim Vollball-Werfen

„Bei unserem Wettkampf sind die Sportler auch immer gleich Kampfrichter und nehmen die Weiten selbst auf“, betonte Organisator Alfred Schwob das gute Miteinander unter den Sportfreunden. Das merkte auch Günther Janosch aus Fischbeck an, der mit 64 Jahren das erste Mal in Welsede dabei war und sich dort gut aufgehoben fühlte: „Die Kameradschaft untereinander ist schon super, die Anlage am Siek hervorragend und den Verein muss man loben. Hoffentlich können sie das lange halten“.

Am nötigen Nachwuchs liegt es nicht. Mit seinen neun Jahren war Gianluca Bekedorf vom TV Jahn als jüngster Wettkämpfer mit Eifer bei der Sache. Und ein Wettkampf ohne den 83-jährigen Karl Krüger von der LG Hildesheim-Sarstedt kann sich in Welsede ebenfalls niemand vorstellen. Mit seinen Leistungen konnte der Senior auch bei zehn Jahre jüngeren Athleten mithalten.

Erfolgreichster Verein war in diesem Jahr TV Deutsche Eiche Holzminden, der auch mit einer starken Damenriege an den Start ging. Jeder Teilnehmer erhielt einen aus Ästen gebastelten „Mini-Baumstamm“. So brauchen die Sportler nicht erst bis zur 19. Auflage des Fünfkampfes am 9. Oktober 2010 zu warten, um einen Baumstamm in den Händen halten zu können.

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