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Frau verprügelt/ Sechs Monate mit Bewährung

In Socken vor dem Ehemann geflüchtet

Bückeburg (ly). Gewalt ist keine Lösung - schon gar nicht in der Ehe. Nach dem Auszug seiner Frau sollte dies auch einem Bückeburger (34) klar geworden sein. Offenbar nicht zum ersten Mal hatte er die 37-Jährige verprügelt. Vom Amtsgericht in Bückeburg bekam der Arbeitslose dafür jetzt die Quittung: Sechs Monate Freiheitsstrafe mit Bewährung wegen Körperverletzung, so das Urteil von Richter Armin Böhm. Einen entsprechenden Antrag hatte zuvor auch Staatsanwalt Dr. Markus Schreiber gestellt. Als Auflage muss der vorbestrafte Schläger 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit leisten.

veröffentlicht am 20.06.2008 um 00:00 Uhr

Glaubt man einer Zeugin, hatte der abendliche Streit mit unterschiedlichen Auffassungenüber die so genannten "ehelichen Pflichten" zu tun. "Er hatte getrunken und wollte, dass sie mit ihm ins Bett geht", berichtete diese Freundin, zu der die Bückeburgerin in jener Nacht im Februar geflüchtet war. Die Ehefrau selbst machte vor Gericht von ihrem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern. In Socken soll sie damals nach den Schlägen vor der Tür ihrer Bekannten gestanden haben. "Sie war einfach losgerannt", gab die Zeugin zu Protokoll. Der Mann habe das Opfer schon häufiger geschlagen. "Ganz blau war sie dann." Bei der jüngsten Auseinandersetzung hatte die 37-Jährige durch Faustschläge ihres Angetrauten unter anderemSchädelprellungen und eine Platzwunde über den Augenbrauen erlitten. Der Angeklagte hatte behauptet, seine Frau "nur am Hals gepackt" zu haben. "Da war sie ein paar Minuten still. Hundertmal habe ich ihr gesagt, dass sie ruhig sein soll." Teilweise war der 34-Jährige freigesprochen worden, weil die Frau bei einem ersten Polizeieinsatz vor Ort keine sichtbaren Verletzungen hatte. In der Anklage war es um zwei Fälle von Körperverletzung gegangen - einer vor, einer nach dem Eintreffen der Beamten.

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