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Bei "Adventszauber" symbolisches Bekenntnis zu Energiesparen und Klimaschutz

In Rinteln gehen bald die Lichter aus - aber nur für fünf Minuten!

Rinteln (ur). Mitten im Lichterglanz des Advents sollen in Rinteln die Lichter ausgehen, zumindest für symbolische fünf Minuten. Dies jedenfalls ist ein Vorschlag, den die Landtagsabgeordnete der Grünen und Ratsfrau Ursula Helmhold an Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz weitergeleitet hat, und der hat sich von dem Gedanken offenbar überzeugen lassen und bereits die Stadtwerke kontaktiert.

veröffentlicht am 29.11.2007 um 00:00 Uhr

Am 8. Dezember tagt auf Bali der Weltklimagipfel, und dazu hat die Initiative "Rettet unsere Erde" als Kooperation der Umweltverbände WWF, BUND, und Greenpeace dazu aufgerufen, um Punkt 20 Uhr für fünf Minuten alle Lampen auszuschalten - bei der öffentlichen Weihnachtsbeleuchtung, an den Leuchtreklamen und auch in den privaten Haushalten. Bereits jetzt steht fest, dass die Scheinwerfer bei bedeutenden Baudenkmalen wie dem Kölner Dom, dem Heidelberger Schloss und Neuschwanstein abgeschaltet werden. Relativierend merkt dazu die Grünenpolitikerin an: "Bei einer solchen Aktion wird nicht allzu viel Energie eingespart - aber diese fünf Minuten können ein Anstoß sein." Etwa für den Einsatz von Energiesparlampen, fürenergiesparendes Stoßlüften statt Fenster "auf kipp" oder das Vermeiden von Eisschichten im Kühlschrank "Das wissen mittlerweile viele, aber immer noch zu wenige setzen es um." Unter dem Motto "Licht aus - für unser Klima" will man auch an die Rintelner Bevölkerung appellieren, sich der Aktion anzuschließen. Unter Umweltschützern ist der Gedanke allerdings nicht unumstritten, da die beteiligten Verbände ihre Initiative unter dem Patronat von BILD starteten - dem Blatt also, das mit seinem rücksichtslosen Populismus allen andersartigen Beteuerungen zum Trotz immer wieder gegen Tempolimit mobilisiert, ungebremste Motorisierung als Job-Maschine fordert und dabei sinngemäß auch Parolen bemüht wie "Sollen wir Deutschen die ganze Welt retten?" Kritik, die sicher nichts daran ändert, dass eine solche "Verdunkelung" auf lokaler Ebene durchaus auch erhellend wirken kann. Dabei wird in Rinteln nicht "das Kind mit dem Bade ausgeschüttet", wie Bürgermeister Buchholz anmerkt: "Die Straßen- und Verkehrsbeleuchtung bleibt natürlich in Betrieb!"



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