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2000 Euro Geldstrafe für Ex-Hotelier

In Panik Waffe an den Kopf der Frau gehalten

Bad Nenndorf (menz). Ende 2005 sollte eine neue Geschäftsführung dem insolventen "Hotel Hannover" in Bad Nenndorf die Rettung bringen. Doch bereits wenige Wochen, nachdem die zwei neuen Pächter angetreten waren, eskalierten Streitigkeiten. In einem wilden "Showdown" bereitete einer der Partner den noch frischen Hotelkarrieren ein abruptes Ende. Aus dem Geschehen resultierten die Hauptvorwürfe gegen den ehemaligen Hotelier.

veröffentlicht am 14.01.2008 um 00:00 Uhr

Vier Mal war in der Vergangenheit bereits der Prozess gegen den heute 47-Jährigen geplatzt, auch diesmal hat es der Angeklagte kurze Zeit spannend gemacht. Seine Verspätung erklärte sich von selber, als er auf Krücken in den Saal gehumpelt kam. Wegen insgesamt sechs Straftaten wurde der inzwischen erwerbsunfähige Gastronom am Ende zu einer Geldstrafe in Höhe von einhundert Tagessätzen verurteilt; das macht 2000 Euro für den Mann, der heute in sehr bescheidenen Umständen lebt. In der finalen Auseinandersetzung um die Geschäftsführung hatte er zunächst seinem damaligen Partner mit Schüssen gedroht. Anschließend hatte er dessen Begleiterin eine Schreckschusswaffe an den Kopf gehalten und ebenfalls gedroht zu schießen. "Wenn du Eier hast, schieß doch", hatte die Frau kaltblütig reagiert und nach eigenem Bekunden erst im Nachhinein die Gefahr realisiert. Unabhängige Zeugen bestätigten den Ablauf, wie er sich in der Anklageschrift niedergeschlagen hatte. Selbst der Verteidiger zweifelte nicht an den Aussagen. Die Version des Angeklagten, der eine Art Notwehr geltend machte, blieb losgelöst im Raum stehen. Der 47-Jährige wollte bei seinem Widersacher, der mit einer einstweiligen Verfügung des Gerichtes gekommen war und die Schlüssel verlangte, ein Messer gesehen haben. Zudem beschrieb der ehemalige Gastronom, dass er sich übernächtigt, vollgepumpt mit Medikamenten in einem "panischen Zustand" befunden habe. Weitere Anklagepunkte betrafen sein Verhalten im privaten Bereich. Eine ehemalige Freundin beschrieb vor Gericht, wie er sie im Sommer 2005 nach der Trennung bedrängte. Sowohl per Kurzmitteilung als auch öffentlich habe er ihr zugesetzt, sie beleidigt, bedroht. Die Frau leidet nach ihren Angaben bis heute unter Albträumen, macht den Mann mitverantwortlich für ihre psychische Erkrankung. Sie widersprach vehement den Behauptungen des 47-Jährigen, der dieVorwürfe abstritt. In seltener Einmütigkeit sahen sowohl der Ankläger als auch der Verteidiger die Anklagevorwürfe für erwiesen, selbst in der Frage des Strafmaßes war man sich einig. Der Strafrichter folgte den Anträgen. Er sprach den Mann in allen Anklagepunkten schuldig und verhängte 2000 Euro Geldstrafe. Auf eine Freiheitsstrafe habe er verzichtet, weil "so viel Zeit ins Land gegangen ist", erläuterte der Strafrichter seine Abwägung. Milder wäre das Urteil bei einem Geständnis ausgefallen. Kai-Oliver Stumpe resümierte, heute sei der 47-Jährige ein schwerkranker Mann und werde "garantiert kein Wiederholungstäter in dieser Art"; der Strafrichter hofft, dass der Mann "in seinem Wesen ruhiger wird". Das Urteil ist rechtskräftig.



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