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Bis Ende der sechziger Jahre Badebetrieb / Schwimmmeister wurde zu teuer

In Möllenbecks altem Freibad schwimmen heute die Fische

Möllenbeck (who). Dass Möllenbeck früher ein Luftkurort gewesen ist und bis Ende der sechziger Jahre sogar ein Freibad gehabt hat, wissen die Jugendlichen und Kinder des Klosterdorfes nur noch aus Erzählungen der Eltern und Großeltern. Aber wer genau hinschaut, kann die Reste der Möllenbecker "Badeanstalt" heute nocherkennen.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 14:18 Uhr

Die alte Badeanstalt von Norden aus gesehen. Foto: who

Das ehemalige Schwimmbecken im Wald am südlichen Rand des Dorfes, links von der Verbindungsstraße nach Krankenhagen, ist heute ein Fischteich. Im Jahr 1936 hatte der Rat der früher selbstständigen Gemeinde beschlossen, ein eigenes Freibad zu bauen. Das war sogar noch vor dem öffentlichen Bad der Stadt Rinteln fertig gestellt, erinnert sich Möllenbecks ehemaliger Ortsbürgermeister Karl Buchholz. Als er 1963 sein Amt angetreten habe, sei der Badebetrieb noch von ehrenamtlichen Schwimmmeistern beaufsichtigt worden, erläutert Buchholz. Die Behördenauflage zur Anstellung eines ausgebildeten Schwimmmeisters habe zunächst zur Schließung der Badeanstalt geführt. Karl Buchholz: "Das konnten wir einfach nicht bezahlen." Und weil die Möllenbecker Jugend in der Folge einfach über den Zaun gestiegen sei, um trotzdem zu Badefreuden zu kommen, sei das Becken schließlich entleert worden. Buchholz: "Ich wollte letztlich als Bürgermeister auch nicht allein an dem Haftungsrisiko hängen bleiben." Daran, wie die Möllenbecker Badeanstalt gebaut worden war, erinnert sich der Altbürgermeister ebenfalls noch: Der Kies für den Beton sei kostengünstig in nächster Umgebung der Baustelle gefördert worden. Die Sache habe allerdings einen Haken gehabt, denn die grobe Körnung des Baumaterials sei verantwortlichfür einen allzu rauhen Beckenboden und für Undichtigkeiten gewesen. Etwas Wehmut ist heute noch zu spüren, wenn die älteren Dorfbewohner von ihrer Badeanstalt erzählen. Denn manche Freundschaft zwischen Möllenbecker Jungen und Mädchen hat dort begonnen und dürfte später zum Ehegelöbnis vor dem Altar der Klosterkirche geführt haben...

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