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Brenntage stehen voraussichtlich vor dem Aus / Bau- und Umweltausschuss diskutiert

"In Knatensen kokeln sie wie die Weltmeister"

Bückeburg (rc). Vom Grundsatz her ist sich der Bau- und Umweltausschuss einig: Die Brenntage können abgeschaf ft werden. Alles hängt nun davon ab, ob die Niedersächsische Landesregierung die entsprechende Verordnung, die im Februar des kommenden Jahres ausläuft, unverändert um weitere fünf Jahre verlängert - wovon alle Beobachter ausgehen. Wenn die Verordnung verabschiedet wird, will der Ausschuss abschließend entscheiden - und verbieten.

veröffentlicht am 29.11.2008 um 00:00 Uhr

In Bückeburg sind die Brenntage auf die Freitage in den Monaten März und Oktober beschränkt, wie Baubereichsleiter Karlheinz Soppe im Ausschuss erläuterte. Verbrannt werden dürfen nur trockene Gartenreste in der Zeit von 8 bis 18 Uhr, mit gehörigen Grenzabständen und nur außerhalb der bebauten Ortslage. "Also eigentlich nirgendwo", stellte der Ausschuss während seiner munteren Diskussion fest, die der Ausschussvorsitzende Bernd Insinger mit den Worten "Jetzt kommt fast der Wahnsinn" eröffnet hatte. Der Wahnsinn hielt sich allerdings in Grenzen, da es lediglich Uneinigkeit über Detailfragen gab. So zweifelte Gerhard Schöttelndreier (Unabhängige) die Umweltfreundlichkeit der Kompostierungsanlage an, wohin die Gartenbesitzer eigentlich ihren Kompost bringen sollten statt ihn zu verbrennen: "Der ganze Transport dorthin kostet doch richtig Sprit." Also müsse die Kompostanlage - in Form von Schredder und Lkw - zum Gärtner kommen, wurde an das Niedernwöhrener Modell der AWS erinnert. Diese Gemeinde hat die Brenntage bereits abgeschafft und mit der AWS besondere Vereinbarungen getroffen. Dass sich nicht viele an die Verordnungen zu Brenntagen halten, machte Antragsteller Wolfhard Müller deutlich. In Evesen sei freitags - und auch an anderen Tagen - regelmäßig "das ganze Dorf vernebelt". Auch nasses Holz werde verbrannt. Die Feinstaubbelastung müsse immens sein. "Die Verordnung wird in keinster Weise eingehalten. Warum erlassen wir sieüberhaupt, wenn sie keiner kontrolliert? Das ist fahrlässig." "Auch in Knatensen kokeln sie wie die Weltmeister", wusste Edeltraut Müller (WIR) zu berichteten. Was wiederum den FDP-Ratsherrn Rüdiger Homeier auf den Plan rief. Er schlug vor, dass künftig Streifen des Ordnungsamtes an den Brenntagen kontrollieren sollten.



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