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Kunstsprache als Sprungbrett zur Verständigung / Lernprogramme auch zum Erlernen von Deutsch kostenlos im Internet

In Irland trafen sich die europäischen Esperanto-Lehrer

Hameln. „Slainthe!“ (gesprochen: Slantscha = „Prost“) ist eins der irisch-gälischen Wörter, die Heinz-Wilhelm Sprick beim Besuch in der westirischen Stadt Galway gelernt hat. Der Vorsitzende der Esperanto-Gruppe Hameln war einer der 157 Teilnehmer aus 27 Ländern, die sich eine Woche lang zum Kongress der europäischen Esperanto-Union trafen.

veröffentlicht am 23.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 08:21 Uhr

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Analog zum Vorschlag des Europarats vor ein paar Jahren, dass jeder Bürger neben seiner Muttersprache noch zwei weitere Sprachen lernen sollte, war das Thema des Kongresses „Mehr lernen mit weniger Kosten“. Welche zweite Sprache motiviert mehr, auch noch eine dritte zu lernen? Hier kann Esperanto, welches durch seinen Aufbau leicht zu erlernen ist und schnelle Lernerfolge bietet, einen wesentlichen Beitrag leisten.

Tim Morley, der an Grundschulen in Großbritannien Esperanto unterrichtet, konnte dies in seinem Vortrag zum „Springboard for Languages“ eindrucksvoll präsentieren. Auch der Kongressort war hervorragend geeignet, die Vielsprachigkeit zu demonstrieren. Die irisch-gälische Sprache, seit über 2000 Jahren Kultur- und Literatursprache des Landes, drohte nach der großen Hungersnot und der britischen Besatzung im 19. Jahrhundert fast vollständig zu verschwinden und konnte nur durch die Unabhängigkeit Irlands 1922 gerettet werden. Heute ist sie überall im Straßenbild hör- und sichtbar und seit 2007 offizielle Sprache in der EU.

Sean O’Rian, Diplomat in Brüssel und Vorsitzender der Esperanto-Europa-Union, konnte auch drei Gastprofessoren der Universitäten in Dublin und Belfast begrüßen, die Vorträge zu diesem Thema hielten.

Welchen lernfördernden Effekt Esperanto bieten kann, zeigte auch Petr Balaz aus der Slowakei. Die Struktur des Internet-Portals www.lernu.net , welches in mehr als 30 Sprachen die Möglichkeit bietet, ohne Kursgebühren Esperanto zu lernen, wurde vor zwei Jahren übernommen, um im Portal www.slovake.eu slowakisch zu lernen. Und das neueste von der EU unterstützte Projekt wird jetzt www.deutsch.info sein, das vor allem deutschen Immigranten die Möglichkeit bieten soll, die deutsche Sprache zu vervollkommnen.

Neben dem Kongressthema kam auch der kulturelle Teil des Treffens nicht zu kurz. Georgo Handzlik (Polen), Sasa Pilipovic (Serbien), JoMo (Frankreich) und eine irische Band präsentierten Konzerte und Theaterstücke, die mit viel Beifall vom Publikum belohnt wurden. Und auch die Ausflüge in die eindrucksvollen Landschaften „The Burren“ und zu den Aran- Inseln waren Höhepunkte des Kongresses. Dass hier durch die gemeinsame Sprache wieder viele neue Kontakte und Freundschaften geknüpft wurden, ist eigentlich schon selbstverständlich.

Und die nächsten Esperanto-Treffen liegen schon fest, der nächste europäische Kongress wird 2014 in der Slowakei stattfinden. Infos: www.esperanto.de/hameln



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