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Alljährliches Werfen diesmal aufs Werder verlegt / Gastgeber bleiben am Ende auch die Sieger

In Hameln wird natürlich mit Ratten geboßelt

Hameln (git). Das Exemplar ist graubraun, hat lange Barthaare und ist für seine stattliche Größe von etwa 30 Zentimetern Länge gar nicht so schwer. Wenn sich das Vieh in den Büschen abseits des Weges verfängt, ist das Geschrei der Akteure allerdings groß. „Und wenn die Ratte in den Kaffeetassen von Touristen, die im Straßencafé sitzen, landet, ist alles noch spektakulärer“, erzählt Hanne Jugovic vom ersten Hamelner Rattenwurfclub.

veröffentlicht am 30.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 14:41 Uhr

Das ist sie,

die Stoffratte, präsentiert von der

Vorsitzenden Hanne Jugovic.

Hauptaktivität des Clubs ist nämlich ein jährlich stattfindendes Rattenwerfen, das nach den Regeln des norddeutschen Boßelns unter freiem Himmel abgehalten wird. Dabei werfen die Akteure selbstgefertigte Stoffratten, die um die 500 Gramm wiegen. Spielregel: Sie werden am Schwanz angefasst und losgeschleudert. Am liebsten boßeln die Akteure dazu ihre Stoffratten quer durch die Innenstadt von Hameln, damit viele Passanten durch Zuschauen Anteil an dem urigen Sportevent nehmen können. Zum Bedauern der Club-Mitglieder wurde das Rattenwerfen in diesem Jahr aber erstmals auf dem Werder abgehalten.

„Die Innenstadt und der Bürgergarten waren wegen verschiedener Veranstaltungen bereits belegt, deshalb haben wir diese Alternative wählen müssen“, berichtet die Vorsitzende Jugovic. Zum Zuschauen, Mitfiebern und Applaudieren fanden sich deshalb in diesem Jahr auch nur wenige Schaulustige auf dem Werder ein – man blieb weitgehend unter sich.

Und nicht nur das: Auch der Wettergott machten den Rattenwerfern an diesem Tag zeitweise einen Strich durch die Rechnung, sodass das Spiel unterbrochen werden musste

Spaß hatten die mitmachenden Clubmitglieder und die eingeladene Gegnermannschaft, die Mitglieder des Sozialverbandes Tündern, aber trotzdem. Besonders zu dem Zeitpunkt, als eine der Stoffratten kurz nach dem Losschleudern unter der Weserbrücke hängen blieb, hatten die Gegner etwas zu lachen, und die Ratte konnte nur mit einem langen Stock befreit werden.

Gewonnen haben nach 90 Minuten übrigens die Rattenwerfer des Rattenwurfclubs. Die anschließende Pokalübergabe mit gemütlichem Beisammensein fand im Clublokal Bierstube Kitzinger am Posthof statt.



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