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So klappt es mit den guten Vorsätzen

In diesem Jahr wird alles besser?

In diesem Jahr wird alles besser! Alles. Mit dem Rauchen aufhören, ein paar Kilo abnehmen, gesund ernähren, Sport treiben und viel mehr Zeit für Familie, Freunde und Hobbys haben. Die Wunschliste ist lang, man könnte glatt meinen, der Weihnachtsmann würde am Neujahrsabend noch ein zweites Mal kommen. Die guten Vorsätze für das neue Jahr bleiben leider allzu oft auch nur bloße Wünsche, denn mit der Umsetzung hapert es meist schon nach ganz kurzer Zeit, und jede Menge Frustration macht sich breit. Na ja, im nächsten Jahr kann man es dann ja noch einmal versuchen – kein wirklicher Trost, oder?

veröffentlicht am 02.01.2015 um 00:00 Uhr

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Die häufigsten Fehler, die einem die saubere Lunge, die Topfigur und das dicke Portemonnaie verhageln, sind längst bekannt, dennoch machen wir sie zu Silvester alle Jahre wieder. Die erste und wohl wichtigste Frage, die sich jeder stellen sollte, der jetzt gute Vorsätze für das neue Jahr schmiedet: Will ich das wirklich? Viele der guten Vorsätze kommen nämlich gar nicht tief aus dem eigenen Herzen, sondern werden vielmehr von außen an uns heran getragen.

„Extrinsische Motivation“ nennen Psychologen das dann, wenn wir etwas tun, nur um anderen zu gefallen. Sollen die zehn Kilo also runter, weil der neue Freund meckert, oder stört man sich wirklich selbst daran, vielleicht, weil die Lieblingshose nicht mehr passt?

Man sollte sich nicht zu viele Vorsätze auf

einmal vornehmen

Wer eigentlich lieber seine Pölsterchen behalten möchte als den neuen Freund, der sollte auch dazu stehen und gar nicht erst versuchen, mit halbherzigen Vorsätzen ins neue Jahr zu starten. Die Zeit kann man sich besser sparen. Die sogenannte „intrinsische Motivation“ ist es dann auch, die idealerweise am Anfang aller guten Vorsätze stehen sollte: Wer sein eigenes Herz befragt, was es denn nun eigentlich wirklich will – ganz ehrlich natürlich, ohne sich selbst etwas vorzumachen – der hat schon einmal gute Chancen, dass sich im neuen Jahr wirklich etwas ändert.

Ein weiterer großer Fehler, der immer wieder gerne gemacht wird, ist es, sich ganz einfach zu viel auf einmal vorzunehmen: Da reicht es nicht aus, wenn die geplante Diät fünf Kilogramm Gewichtsreduktion bringt, nein, es müssen gleich 15 Kilogramm sein.

Ach ja, und mit dem Rauchen aufhören und viermal die Woche mit den Kindern zum Schwimmen gehen, muss ja auch noch sein. Wer sich zu hohe Ziele steckt und davon auch noch gleich mehrere auf einmal bewältigen will, darf sich nicht wundern, wenn nichts davon klappt. Psychologen raten, sich realistische Ziele zu setzen und lieber mit mehreren kleineren Etappenzielen zu arbeiten.

Wer sich im nächsten Jahr aufraffen kann, wenigstens einmal in der Woche Sport zu treiben, der hat viel bessere Chancen, im darauf folgenden Jahr noch einen weiteren Tag draufzusatteln und später vielleicht sogar noch einen, als von heute auf morgen gleich jeden Tag „Sport machen“ in den Kalender einzutragen.

Das ist auch gleich schon ein weiterer häufiger Fehler: Die gesteckten Ziele werden nicht exakt benannt. Da nimmt man sich nur vor, „öfter mal was mit den Kindern zu unternehmen“, anstatt gleich „jeden Freitagabend 18 Uhr Schwimmbad“ einzuplanen. Experten raten häufig dazu, die gesteckten Ziele fein säuberlich aufzuschreiben, um sie so einmal ganz konkret auszuformulieren. Wo wir gerade beim Schreiben sind: Auch die Ergebnisse sollten nicht nur messbar sein, sondern besser auch gleich mit aufgeschrieben werden.

Nur wer genau weiß, wie viele Zigaretten es denn wirklich ganz exakt sind, die bisher täglich eingespart wurden, hat auch eine Kontrolle darüber, wie nahe er seinem Ziel schon gekommen ist. Es gibt zwar auch Kettenraucher, die es schaffen, von einem Tag auf den anderen ganz mit dem Rauchen aufzuhören, die Chancen, an einem derartig hochgesteckten Ziel zu scheitern, sind für viele aber alles andere als gering.

Das ist nämlich auch schon gleich ein weiterer oft gemachter Fehler: Beim kleinsten Rückfall in alte Gewohnheiten wird gleich alles hingeschmissen und das bisher Erreichte zusammen mit den guten Vorsätzen für das neue Jahr komplett über Bord gekippt. Warum?

Von Rückschlägen darf man sich nicht entmutigen lassen. Vielmehr sollte man sich ganz im Gegenteil schon im Voraus überlegen, wie man mit einem Rückfall umzugehen gedenkt. Manchmal hilft es auch, sich vorzustellen, die gesteckten Ziele schon erreicht zu haben. Es könnte doch alles so schön sein. Könnte. Also los!

Ein weiterer Trick ist es, sich Verbündete zu suchen. Wer Joggen gehen möchte, schafft es vielleicht besser, sich auch bei Nieselregen aufzuraffen, wenn andere schon auf ihn warten, und wer abnehmen will, der tut sich vielleicht leichter damit, wenn er seine Fortschritte mit anderen vergleichen kann.

Manchmal kommt man aber auch um den Gang zum Fachmann, der einem hilft, ganz einfach nicht herum. Na und? Auch das ist doch schon einmal ein guter Vorsatz.

Wenn die Silvesterraketen den Himmel erleuchten, nehmen sich

viele vor, im neuen Jahr vieles besser zu machen. Leider bleiben die guten Vorsätze oft nur bloße Wünsche, denn mit der Umsetzung hapert es meist schon nach ganz kurzer Zeit. Mit ein paar Kniffen kann man seine Ziele doch noch umsetzen.



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