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Tagesklinik der Burghofklinik am Blumenwall eröffnet / Ruhig gelegen und doch "mitten im Leben"

In der Morgenrunde treffen sich alle Patienten

Rinteln (wm). Am Montagmorgen ist die Tagesklinik am Blumenwall eröffnet, die ersten Patienten aufgenommen worden. Das ehemalige Kirchenkreisamt, ein ehrwürdiges, eher düsteres Haus mit massivem dunklen Mobiliar, ist nicht wieder zu erkennen. In der neuen Klinik herrscht eine fast mediterrane Atmos-phäre mit lockeren Sitzgruppen in den Fluren, Wände wie Möbel sind in warmen Pastell- und freundlichen Terrakotta-Tönen gehalten.

veröffentlicht am 17.10.2007 um 00:00 Uhr

Dr. Dagmar Rudolph- Weibezahl

Niemand, der unvorbereitet das Haus betritt, würde vermuten, dass er sich in einem Klinikgebäude befindet. Durch Mauerdurchbrüche sind die einst engen Räume und Flure jetzt großzügig und hell. Dass die Raumaufteilung letztlich dem therapeutischen Konzept und der Funktion einer Tagesklinik folgt, versteht sich von selbst. Dr. Dagmar Rudolph-Weibezahl,ärztliche Leiterin der Klinik, führte am Montagabend mit Dr. Axel Weibezahl durch die Räume auf den drei Etagen. Der Speiseraum hat einen Zugang auf die Terrasse mit Blick in den großen Garten. Hier findet die Morgenrunde statt, ein gemeinsames Frühstück für alle Patienten, ehe sie zu ihren unterschiedlichen Therapien gehen. Hier trifft man sich auch zum Mittagessen und beim Kaffee am späten Nachmittag zu einem Abschlussgespräch. Einen Raum weiter bietet eine professionell eingerichtete Küche alle Möglichkeiten der Haushaltsführung - was zum therapeutischen Konzept der Tagesklinik gehört. Wer seelisch am Boden ist, wird sich zuhause kaum an den Herd stellen. Deshalb können hier Patienten - vor allem wenn sie an Essstörungen leiden - unter Anleitung der Therapeuten erleben undtrainieren, wie es sich anfühlt, mit Lebensmitteln umzugehen, wie man sich selbst eine wohlschmeckende, gesunde Mahlzeit zubereitet. Im Haus verteilt sind mehrere Therapie-, Gruppen- wie Ruheräume, Räume für Ärzte wie Therapeuten, in ihrer Einrichtung jeweils dem Zweck angepasst. Es gibt eine Werkstatt für Holz- und Specksteinarbeiten, Seidenmalerei und mehr - Trainingsfeld für Patienten, die bei diesen Arbeiten in der Gruppe ihre Interaktionsfähigkeit neu einüben können, lernen mit Frustrationen umzugehen, Erfolgserlebnisse genießen, wenn ein Werkstück fertig und gelungen ist - als erste Schritte zurück in die Arbeitswelt. Ein Alltag ohne Computer ist kaum mehr vorstellbar. Dem trägt die Tagesklinik mit einem Medienraum Rechnung, in dem Patienten im Internet surfen können, auch so ganz praktische Sachen erledigen, wie Zugverbindungen ermitteln oder auf Wohnungssuche gehen. Es sei ein Haus für alle Fälle, schilderte Dr. Dagmar Rudolph-Weibezahl. Auch für Akutkranke, die am Wochenende und nachts bei ihren Angehörigen zu Hause bleiben können und damit nicht stationär in eine Klinik eingewiesen werden müssen. Wie ein Haus für eine kurzfristige Krisenintervention und für Patienten, die nach einem vollstationären Aufenthalt in der Burghofklinik auf ihr Arbeits- und Alltagsleben vorbereitet werden. Gerade die enge Vernetzung mit dem Haupthaus, der Burghofklinik in der Ritterstraße, die bequem auch zu Fuß zu erreichen ist, biete alle therapeutischen Möglichkeiten. Die neue Tagesklinik bietet 14 psychiatrische und 10 psychosomatische Plätze. Zwölf Mitarbeiter kümmern sich um die Patienten - Oberarzt Dr. Peter Brdiczka, die Dipl.-Psychologin Charlotte Jennings, außerdem verschiedene Therapeuten und Pflegekräfte. Die Lage des Hauses sei optimal für eine Tagesklinik, betonte Dr. Axel Weibezahl: Zentrumsnah, "mitten im Leben", mit Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, trotzdem ruhig gelegen, mit Parkplätzen auf dem Hof und der Altstadt vor der Tür und das ganze unter einer respektablen Adresse. Spontane Komplimente für den Umbau durfte Weibezahl bereits von Nachbarn entgegennehmen. Noch gibt es viel zu tun: Der Außenanstrich ist noch nicht abgeschlossen, im Keller - der ehemaligen Druckerei des Kirchenkreisamtes - sind noch die Handwerker, und der Garten soll noch ansprechend gestaltet werden, damit er auch im Rahmen der Therapie genutzt werden kann.

Das Team mit (v.l.): Christian Schaffer, Dipl.-Psychologin Charl
  • Das Team mit (v.l.): Christian Schaffer, Dipl.-Psychologin Charlotte Jennings, Dr. Peter Brdiczka und Schwester Conny Brzezinski. Fotos: tol

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