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"PotatoEuro" geht nach Tagung in Hameln mit Kartoffelmesse weiter / Treffunkt für Anbauer

In Bockerode dreht sich alles um Erdäpfel

Bockerode (hrt). "Bitte Abstand halten - ich möchte nicht hören, dass nächstes Jahr zwei Landwirte weniger kommen..." Die Lautsprecherdurchsage hallt noch nach, als schon die Landwirte sich hinter der Legemaschine zusammendrängen. Tiefe Furchen hat das achtreihige Gerät gezogen, dazwischen schöne breite Wälle, in denen Erdäpfel wachsenkönnen. Fachmännisch prüfen Besucher der Kartoffelmesse "PotatoEuro" den Boden, lassen Erdkrumen durch die Finger rieseln.

veröffentlicht am 07.09.2006 um 00:00 Uhr

Maschinenneuheiten zeigen, wie Kartoffeln perfekt gelegt und ang

Miranda, Rafaela oder Verona heißen die Objekte der Begierde, sind mehlig, sämig, schnittfest und werden als Pommes, Puffer oder Stärkeliferant enden: Auf der Messe auf Gut Bockerode gibt es fast nichts, was es nicht gibt. Sogar eine Sorte mit dem Namen "Wisent", den der holländische Züchter wohl nicht extra für Springe so benannt hat, wie Stephan Niehoff von der Anbaufirma "Agravis" einräumt. Kartoffelwaschmaschinen, Versuchsfelder mit neuen Sorten und Kaufhaus-Kleiderkarussels, an denen sich Säcke und Plastiknetze in allen Konfektionsgrößen drehen. Ein Besuchermagnet sind die Maschinen. "Je breiter der Wall, desto besser", erklärt Leonard Mol aus Rotterdam, der sein Häufergerät mit speziellem Dammformer vorstellt. Er ist nicht der einzige Kartoffelfachmann aus den Niederlanden, der sich in Bockerode eingefunden hat. Für Lesestoff rund um die tollen Knollen ist jedenfalls gesorgt: Die Holländische Zeitschrift "Aardappelwereld", die seit 60 Jahren monatlich Neues aus der Branche berichtet, hat extra für die beiden Bockeroder Tage eine deutsche Ausgabe erstellt. Doch auch Engländer, Spanier und sogar Besucher aus dem Iran haben den Weg auf das Gut bei Mittelrode gefunden. Dass Kartoffeln schlau, stark und sexy machen, behauptet Ariane Weiß, die sich für sächsische Premium-Knollen stark macht. Für Gastgeber Friedrich und Anett Henkels wird jedoch auch weiterhin "Innovator" die Lieblingssorte bleiben: Sie bauen ihre Früchte für die Firma Stöver an, die daraus Pommes frites herstellt. Allerdings: "Meine Lieblingskartoffel ist die "Cilena", gibt Anette Henkels zu. Am liebsten als Bratkartoffel mit Zwiebeln und Schinken. Gestern Nachmittag machte auch der niedersächsische Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen gemeinsam mit DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer einen Rundgang über das Ausstellungsgelände.

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