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"Rolfshagen Aktiv" wandert von Stollen zu Stollen / Ehemaliger Bergmann gibt Einblick in sein Archiv

In alten Schächten hausen Fledermäuse

Rolfshagen (la). Die Mitglie der des Vereins "Rolfshagen Aktiv" befassen sich derzeit intensiv mit dem ehemaligen Bergbau in der Region. Bereits während der Jahresversammlung hat der Vorsitzende Hans-Peter Solasse das neue Projekt vorgestellt. Der Verein möchte ehemalige Stollen im Bückeberg freilegen und für Besucher zugänglich machen.

veröffentlicht am 22.05.2008 um 00:00 Uhr

Der ehemalige Bergmann Alfred Heumann zeigt Unterlagen von den S

Gedacht ist an einen Wanderweg von Stollen zu Stollen und an eine Beschilderung mit Informationstafeln zu den einzelnen Schächten. Am Sonntag haben sich 15 Vereinsmitglieder am Gasthaus "Walter" auf dem Bückeburg getroffen, um eine Erkundungswanderung zu starten. Mit dabei war auch Alfred Heumann aus Wendthagen, der selber noch als Bergmann im Bückeberg gearbeitet hat. Er hatte interessante Unterlagen und Fotos aus der damaligen Zeit dabei und gab den "Wanderern" Einblick in sein Archiv. "Wir haben viel Interessantes erfahren", sagte Solasse. Zum Beispiel, dass die Stolleneingänge in Richtung Rolfshagen und Kathrinhagen lediglich zur Entsorgung des Abraums dienten. Die wertvolle Kohle wurde über Verbindungenzum Lieth-Schacht in Richtung Obernkirchen abtransportiert. Von dem Glück-Auf-Stollen ist heute nur noch das Portal vorhanden. Alles Weitere musste vor Jahrzehnten der Nato-Straße weichen. "Hier könnten wir uns vorstellen, die Grundmauern freizulegen und eine Informationstafel aufzustellen", so Solasse. Gefunden wurden auch der Friedrichstollen aus dem 17. Jahrhundert, der Philippinen-Stollen und der Hindenburgstollen, der als Wasserschacht diente. "Wie uns Herr Heumann erklärte, wurde über diesen Schacht das Wasser abgeleitet, dass die Bergarbeiter für den Abbau benötigt hatten", sagte Solasse. Der Kammweg-Stollen ist zwar vermauert, scheint aber in sich stabil zu sein. "Vielleicht lässt sich dieser Stollen öffnen. Wenn man ein Gitter davor baut, könnten dort Fledermäuse Lebensraum finden", plant Solasse. Allerdings muss inalle Planungen die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises einbezogen werden. Zwei Vertreter waren auch bei der Besichtigungstour dabei. In einigen Stollen, die bereits mit Gittern verschlossen sind, leben und brüten bereits Fledermäuse. Dreieinhalb Stunden hat die lehrreiche Wanderung gedauert und alle hatten viel Spaß dabei. Schließlich wurden auch noch die Spuren der Dinosaurier bestaunt. Der Vorstand von "Rolfshagen Aktiv" wird nun absprechen, ob und wie das geplante Projekt verwirklicht werden kann. "Dabei müssen wir eng mit dem Landkreis zusammenarbeiten, denn wir wollen nichts tun, was der Natur - und dabei vor allem den Fledermäusen - schaden könnte", sagte Solasse.

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