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In Hannover wird die größte historische Küchenausstellung Europas gezeigt / Museum 2010 eröffnet

In 90 Minuten durch die Küchen dieser Welt

Hannover. „Jetzt dürfen Sie das erste Mal Ihre Eintrittskarten verwenden“, sagt Sabine Melzer und hält den Besuchern eine Dose mit kleinen Würstchen hin. Das lassen sich die Damen, Herren und Kinder nicht zweimal sagen und pieksen sich jeder ein Stück heraus. Die Eintrittskarte ins Küchenmuseum an den Lister Höfen besteht aus Serviette und Holzpieker. Mehrmals kommen beide zum Einsatz, wenn kleine Snacks aus den Küchen angeboten werden.

veröffentlicht am 23.08.2012 um 15:32 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:18 Uhr

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Karen Klages

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Karen Klages Reporterin zur Autorenseite

„Hereinspaziert in die gute Stube“: Sabine Melzer trägt heute Schürze und Staubwedel und führt als französisches Stubenmädchen die Besucher durchs Küchenmuseum. Angefangen im Mittelalter, werfen die Besucher einen Blick in die Küchen verschiedener Epochen. „Ach, die hatte meine Oma früher auch“, heißt es aus der Besucher-Runde. Gemeint ist die Dosenverschlussmaschine. Die steht im Kartoffelkeller, und dort werden die Würstchen probiert.

Weiter geht’s in die Küchen der 50er und 70er Jahre, und es wird in die Kochtöpfe aus Ostdeutschland, der Schweiz und Holland geschaut. Zwischendurch werfen die Besucher einen Blick in die urige Bayern-Küche, ins kulinarische Frankreich und ins englische Speisezimmer. Pril-Blumen, Einwecktöpfe sowie quietschgrüne und hellblaue Schrankfronten wecken Erinnerungen bei den älteren Gästen; jüngere Besucher können hingegen gar nichts mit der Wählscheibe am Telefonapparat anfangen und stehen staunend und ungläubig davor. „Wähl doch mal bitte die 213“, sagt Sabine zur zehnjährigen Madeleine. Sie drückt und tippt auf das Telefon mit Wählscheibe, doch es tut sich nichts. Sabine löst das Rätsel um die Telefonwählscheibe. Wie viel Vergangenheit im Küchenmuseum steckt, wird mehr als einmal deutlich.

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Liebevoll und detailgetreu sind die Küchen in Europas größter Ausstellung an historischen und exotischen Küchen dargestellt. „Ich weiß nicht, wie viele Stunden ich vor der Eröffnung Öfen geschrubbt habe“, erzählt Sabine Melzer, die dem Verein „WOK – World Of Kitchen Museum e.V.“ angehört, der das Küchenmuseum am 15. April 2010 eröffnet hat. Allein über 10 000 Exponate stammen aus der Sammlung von Carl-Werner Möller-Hof zum Berge, dem 1. Vorsitzenden. Und er sucht noch mehr: alte Kupfertöpfe und Backformen, Porzellan- oder Keramik-Spülsteine sowie einen gemauerten Kachelherd, wie er um 1900 noch weit verbreitet war. Genug zu sehen für die Besucher, zum Beispiel auch einen orientalischen Gewürzmarkt, gibt es aber schon. Selbst Kochmuffel dürften begeistert sein – von der Führung des französischen Stubenmädchens allemal.

Öffnungszeiten: dienstags bis samstags von 11 bis 19 Uhr. Der Besuch wird nur im Rahmen einer 90-minütigen Führung angeboten. Diese findet statt um 11, 13, 15 und 17 Uhr. Anmeldung unter der Rufnummer 05 11 / 543 00 858

Der Sarotti-Mohr zeigt sich in einer Sonderausstellung vom 31. August bis 30. November 2012 von seiner Schokoladenseite.

Wie köpft man Champagner? Auch dazu gibt es eine spezielle Führung, zu der das französische Stubenmädchen Sabine Melzer die Besucher gerne mitnimmt. Termine stehen im Internet auf www.

wok-museum.de Fotos: kk

Hinein in die historischen Küchen: Neben den Führungen durch die Ausstellung bietet der Verein auch Kochkurse an – unter anderem auch für Kinder. Über 300 Schul-Kochkurse mit über 6000 Mädchen und Jungen haben in der (natürlich modernen) Lehrküche des Küchenmuseums in den ersten zwei Jahren stattgefunden.



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