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Leser entdecken mit der Dewezet-Reise die Wuppertaler Monet-Ausstellung und Düsseldorfer Kneipenkultur

Impressionen von Stadt, Landschaft und Seerosenteichen

Düsseldorf/Hameln. Erstaunte Blicke aus Bushöhe auf die Weser, der es in ihrem Bett längst zu eng geworden war – aber dennoch: undramatischer Start der Leserreise zur Monet-Ausstellung in Wuppertal. Keine allzu lange Anfahrt, die zu moderater Zeit um neun Uhr am Bürgergarten begann und um die Mittagszeit mit einer dreistündigen Führung durch Wuppertal einen ersten Höhepunkt fand. Auch wenn die ursprüngliche Idee eines Picknicks in der berühmten Schwebebahn über der Wupper ins Wasser fiel, weil das zentrale Verkehrsmittel der „Stadt ohne Mitte“ – mittlerweile neu formuliert: „mittelos und mittellos“ – saniert werden muss und stillsteht. Die Folge: verstopfte Straßen, deren Enge im engen Tal für Busse zum Hindernisparcours wird – und von Michael Herter brillant bewältigt.

veröffentlicht am 05.03.2010 um 23:00 Uhr

Claude Monets „Seerosen“. Das Bild, das auch in Wupp

Autor:

Richard Peter

Interessante Stunden in einer Stadt, die Heinrich Böll als die „ungeschminkte Schöne auf den zweiten Blick“ titulierte. Recht hat er – die Stadt, die sich vor allem aus Elberfeld und Barmen zusammensetzt und links und rechts der Wupper in die Höhe wächst, wird einem von Blick zu Blick – und Ausblick von oben, wo auch die Vorwerk-Villa steht – immer sympathischer. Hier am eigentlichen Ziel der Leserreise mit der spektakulären Monet-Ausstellung im Von-der-Heydt-Museum – an diesem Nachmittag nur durch eine kurze Imbiss-Pause im Kornhaus unterbrochen – bevor es nach Düsseldorf ging.

Und gleich weiter zu einer zweistündigen Führung – diesmal zu Fuß durch die Altstadt mit ihrer berühmt-berüchtigten längsten Theke der Welt. Nicht übertrieben – und schon faszinierend und bewundernswert: Kneipe an Kneipe mit Außentischen und eine wie die andere rappelvoll – und vor allem mit jungen Leuten gefüllt.

Kompliment an Düsseldorf: Nicht nur, dass die Stadt, trotz immenser Investitionen, schuldenfrei dasteht – vielleicht sollte man mal nachfragen, wie die das hinkriegen? Die Rhein-Metropole wird von immer mehr Menschen bevölkert – vor allem von jungen. Kneipenkultur statt Altenheimen im Zentrum. Das brummt auf besonders sympathische Art, während in anderen Städten längst die Bürgersteige hochgeklappt werden.

In der historischen Stadthalle von Wuppertal. Foto: Pe
  • In der historischen Stadthalle von Wuppertal. Foto: Pe

Am Sonntag – letzter Tag der Monet-Ausstellung. Kultur quasi als Last-Minute-Event – und elendslange Schlangen mit Wartezeiten um die fünf Stunden. Wir durften – als stolze Kartenbesitzer – ohne Wartezeit in die Ausstellung, deren eindeutiger Vorzug ihre Vielseitigkeit war. Über hundert Monets aus allen Zeiten und allen Ecken der Welt von Toronto bis zu den berühmten Exponaten des Musée Marmottan in Paris.

Frühe Arbeiten wie das „Frühstück“ über eine Reihe bedeutender Landschaften und Bilder wie den zwei „Heuschober“-Exponaten, ein „Bahnhofs“-Sujet und Beispiele wie die Kathedrale von Rouen zu verschiedenen Tageszeiten, aber auch Westminster-Bilder aus London, die an Turner erinnern – vor allem aber: die Seerosenbilder aus Giverny, dem letzten Wohnsitz von Monet.

Eine beeindruckende Ausstellung, die bei den Leser-Reisenden gut ankam. Immer wieder hervorgehoben: die Vielfalt – und verkürzt und begeistert: „super“, „klasse!“ Und positiv gewürdigt, die Impressionisten-Schau ein Stockwerk tiefer aus eigenen Beständen des Museums mit ein paar wunderschönen Cezannes, Renoirs, einem beeindruckenden frühen van Gogh, „Die Kartoffelleger“, aber auch Bilder von Corot und Delacroix, die als Vorläufer der Impressionisten gelten, die hier mit besonders schönen Degas glänzen, aber auch mit Pissaro, Sisley, Signac und Toulouse Lautrec.

Nicht nur die Bilderschau begeisterte, die ganze Reise mit den Städte-Führungen wurde positiv bewertet. Glücklich zuletzt noch, dass der Bus von Herter-Reisen vor „Xynthia“ fuhr und Hameln pünktlich erreichte, bevor die Strecke bei Fischbeck gesperrt werden musste.



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