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Mehrere Tiere sollen zeitgleich nicht wieder aufgetaucht sein / „Sind vielleicht Fänger unterwegs?“

Immer wieder – Katzen verschwinden spurlos

Emmerthal/Aerzen (tis). „Irgendetwas geht da nicht mit rechten Dingen zu. Sind hier vielleicht Tierfänger unterwegs?“, fragen sich Bettina Jensen-Raschke aus Kirchohsen und Joachim Sauer aus Emmern. In der Ortschaft Emmern im Bereich um die Pyrmonter Straße, den Sonnenweg, die Sandstraße und der Holzfinnenstraße verschinden nämlich immer wieder spurlos Katzen. Jetzt sollen es gleich vier Tiere gewesen sein, darunter auch Kater „Mäuschen“ von Bettina Jensen-Raschkes 80-jähriger Mutter.

Kater „Mäuschen“ ist spurlos verschwunden.
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„Das Verschwinden der Katze hat meine Mutter ziemlich mitgenommen. Wenn wir auf das Thema zu sprechen kommen, ist sie sofort in Tränen aufgelöst“, erzählt Bettina Jensen-Raschke. Kater „Mäuschen“ war der 80-Jährigen vor zwei Jahren sozusagen zugelaufen und seither waren die alleinstehende Seniorin und ihr Kater unzertrennlich. Seit dem 15. September aber ist der braun-weiß-grau gemusterte Kater aus der Holzfinnenstraße verschwunden. Die Tochter hat überall und vor allem in den Einkaufsmärkten Aushänge verteilt und um Hinweise gebeten. „Mäuschen ging gerne in Keller und Garagen, stieg auch schon mal in Autos. Ich habe die Leute gebeten, zu Hause mal nachzusehen. Bislang ohne jede Rückmeldung“, so die verzweifelte Kirchohsenerin. Auch Nachfragen beim Tierheim Hameln oder bei der Gemeinde und Straßenmeister, ob tote Tiere gefunden wurden, verliefen negativ.

Was die Tochter der 80-Jährigen misstrauisch macht, ist die Tatsache, dass in dem Zeitraum im Bereich Emmern mehrere Katzen spurlos verschwunden sind. Bettina Jensen-Raschke: „Ich weiß von einer Frau aus dem Sonnenweg, der gleich zwei Katzen abhandengekommen sind.“ Und noch eine weitere Katze soll verschwunden sein.

Auch der graue Kater „Paul“ von Joachim Sauer aus dem Hopfenbrink in Emmern ist verschwunden, allerdings bereits im April. Und auch damals sollen gleich mehrere Katzen nicht wieder aufgetaucht sein.

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Bettina Jensen-Raschke: „Man macht sich so seine Gedanken, wenn der Verbleib eines geliebten Tieres nicht geklärt ist. Wurden die Katzen vielleicht das Opfer von Tierfängern, um an das Fell zu kommen, oder sind die Tiere vielleicht im Versuchslabor gelandet?“

Was ihre Mutter derzeit durchmacht, kann die Tierfreundin nachvollziehen. Auch sie hat zwei Katzen. Kater „Sandy“ war mal eine Woche lang weg, tauchte dann schwer verletzt wieder auf. Und die Katze „Wicki“ war ebenfalls über längere Zeit verschwunden und wurde in Schieder-Schwalenberg wieder aufgefunden.

Bettina Jensen-Raschke und Joachim Sauer bitten die Anwohner in dem betroffenen Wohngebiet in Emmern im Zusammenhang mit den verschwundenen Katzen um Mithilfe. „Vielleich hat ja jemand etwas Merkwürdiges beobachtet, ein auswärtiges Auto oder eine Person, die sich auffällig benommen hat, dem Ganzen aber keine große Bedeutung zugemessen“, meint Joachim Sauer. Wer Hinweise geben kann, sollte sich an Bettina Jensen-Raschke (Telefon 05155/8558) wenden. Sie oder ihre Mutter haben bei der Polizei allerdings keine Anzeige in Bezug auf die verschwundene Katze erstattet, weil dies aus ihrer Sicht nichts bringe. So ist der Polizei Emmerthal auch nur ein Fall einer verschwundenen Katze bekannt. Hinweise auf gewerbsmäßige Tierfänger gebe es nicht.

Daniela Bockelmann aus Posteholz wiederum berichtet von mehreren Fällen der Tierquälerei seit mehreren Jahren bei ihr in der Ferienhaussiedlung, die bis heute anhalten: „Seit 2006 sind vier meiner Katzen qualvoll umgekommen. Sie wurden durch Rattengift vergiftet, haben mir Tierärzte bestätigt.“ Auch Ursula Pommer sei betroffen, bei ihr kam eine Katze ums Leben, wurde ein Dackel vergiftet. Die Posteholzerin berichtet aber auch von erschlagenen Tieren, geköpften Tauben und Vögeln, denen die Beine ausgerissen wurden. „Ich habe in meiner Hecke zudem schon gespannte Angelschnüre gefunden, in denen sich die Tiere verfangen sollten. Man fühlt sich so hilflos, wenn es hier offensichtlich jemand gibt, der Tiere hasst“, so Daniela Bockelmann. Sie habe zwar 2006 eine Anzeige erstattet, die sei aber von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden.

Bettina Jensen-Raschke (mit Kater „Sandy“) und Joachim Sauer fragen sich, wo die Katzen aus der Umgebung abgeblieben sein könnten. Nachfragen im Tierheim und bei der Straßenmeisterei blieben ohne Erfolg.

Foto: tis

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