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Flugschau des Modellflugclubs zieht mehrere hundert Besucher an / Jet bringt es auf 300 km/h

"Immer genügend Luft unterm Flügel"

Rodenberg (ede). Starts und Landungen im Minutentakt - fast wie auf einem Flughafen ist es am Sonntag in der Deisterstadt zugegangen. Grund war die Flugschau, zu der die Modellfluggruppe Rodenberg eingeladen hatte. Mit Erfolg, wie sich herausstellte: Mehrere hundert Besucher dürften es gewesen sein, die im Laufe des Tages den "Piloten" auf dem Trainingsgelände oberhalb der Feldstraße zuschauten. Insgesamt 53 Maschinen waren zu sehen, besonders viel Beifall gab es für die spektakulären Kunstflüge.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 14:54 Uhr

Beherrscht als einer von wenigen Vereinsmitgliedern Kunstflüge:

Da steht er, mitten in der Luft, als gebe es keine Schwerkraft. Und der Pilot: die Ruhe selbst. "Nein, so etwas lernt man nicht von heute auf morgen", erklärt der Vorsitzender Ralf Hartmann, während Gastflieger Dirk Heringerbäumer ein Kunststück nach dem anderen vollführt. Zum zweiten Mal ist der Mann aus Löhne in der Deisterstadt, um sein außergewöhnliches Können zu demonstrieren. Seit 14 Jahren widme er sich dem Kunstflug, seit dreieinhalb Jahren lässt er eigenen Aussagen nach eine 13 PS starke "Extra 300" regelmäßig starten. Zwei Jahre habe er gebraucht, um den Flieger in der Luft zum Stehen zu bringen, erklärt er. Üben, üben, üben hieß über diese Zeit die Devise. Und das in Sicherheitshöhe, allerdings immer "mit genügend Luft unter dem Flügel", erklärt der leidenschaftliche Bastler. Nur wenige schafften es, mit einem Modellflugzeug ein solches Niveau zu erreichen, verdeutlicht Hartmann. Von den 85 Mitgliedern, die dem Rodenberger Verein angehören, dürften es vielleicht zwei sein, sagt er. Einer von ihnen ist Rafael Kulla. Talent brauche man und sehr viel Training, bestätigt auch der Mann aus der Deisterstadt. Wie Heringerbäumer habe auch er etwa zwei Jahre für die Kunstflüge gebraucht. Beeindruckt zeigten sich die Zuschauer jedoch nicht nur von Heringerbäumer und Kullas Kunststücke. Ein Raunen ging durchs Publikum, als Carsten Teigeler vom MFC Hameln seinen Jet in die Wolken jagte, der es auf Tempo 300 bringt. Schwer zu fliegen sei das Flugzeug mit der Turbine 24 Kilo Schub aufweist, nicht. "Nur die Landung ist nicht ganz einfach." Erst nach mehr drei Stunden ist die von Modellbau Jürgens aus Stadthagen und Koehn aus Hannover gesponserte Schau vorbei. Auf Kinder wartete ein buntes Programm mit Eierlaufen, Tauziehen und Bonbonabwurf. Wer den Termin verpasst hat, braucht sich nicht zu grämen. "Bei schönem Wetter sind wir jeden Tag hier", sagt Jürgen Wille vom Modellbauclub. "Und zugucken kostet nichts."

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