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Biogasanlage: Wie viel Energie zieht das Bad Nenndorfer Hallenbad?

Im Winter der erste Wärmetest

Bad Nenndorf (rwe). Das Bad Nenndorfer Biogaswerk steht in diesem Winter vor der ersten Testphase. Die Betreiber wollen in den kommenden Monaten prüfen, ob sie außer dem Hallenbad weitere Abnehmer mit Wärme versorgen können. Das teilte Betriebsleiter Gerd Willenberg dem Kreisbauausschuss mit.

veröffentlicht am 25.11.2008 um 00:00 Uhr

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Ortstermin für den Kreisbauausschuss in der Kurstadt. Die Politiker machten sich kurz ein Bild über das Biokraftwerk des Raiffeisen-Landbundes, das seit Mai läuft und seit Oktober das nur wenige hundert Meter entfernte Hallenbad mit Wärme versorgt. "Wir sparen dadurch gut 25 000 Euro an Energiekosten im Jahr ein, ohne dass wir selber investieren mussten", teilte Hochbauamtsleiter Fritz Klebe mit. Das dürfte vor allem die Politiker aus Nenndorf gefreut haben, denn immerhin muss die Samtgemeinde gut die Hälfte des Defizits tragen - auch wenn gemessen an dem Hallenbad-Verlust von etwa 700 000 Euro jährlich der Einsatz der Biowärme eher wie der Tropfen auf den heißen Stein wirkt. Für den Landkreis stellt der Wärmeliefervertrag neben der finanziellen Ersparnis auch einen Beitrag zur Kohlendioxyd-Reduktion dar, sagte Klebe weiter. Er sah für beide Seiten eine Gewinn-Situation, denn ohne die Wärmenutzung habe die Anlage wenig Sinn. Das bestätigte Landbund-GeschäftsführerMarco Gottschalk, der gemeinsam mit Betriebsleiter Gerd Willenberg den Kreispolitikern die Arbeitsweise vorstellte. Der 1000-PS-Motor produziert aus dem Gas in den Fermentern insgesamt 5,5 Millionen Kilowattstunden Stromleistung pro Jahr, die in das E.on-Netz fließen. Die Wärme aus dem Gärungsprozess und der Stromproduktion macht etwa 4,4, Millionen Kilowattstunden, von denen insgesamt etwa 1,3 Millionen für das Hallenbad genutzt werden. Die restliche Wärme wird derzeit unter anderem dazu verwendet, Hackschnitzel und Holzspäne zu trocknen. "Wir stellen gerne weitere Liegenschaften zur Verfügung", sagte Klebe. Mögliche Kandidaten dafür wären nicht nur die in Sichtweite befindlichen Sporthallen, sondern auch die Außenstelle des Gymnasiums in der Bahnhofstraße, die Berlinschule der Samtgemeinde oder das Gymnasium Bad Nenndorf selbst, das allerdings schon so weit entfernt ist, dass der Betreiber erst die Leitungsverluste prüfen müsste. Weitere Überlegungen dazu soll es aber frühestens 2009 geben. Der Betreiber lässt laut Willenberg derzeit ein Heizprofil erstellen. Das zeige, wie viel Kilowattstunden das Hallenbad zu Spitzenzeiten ziehe und wie viel Wärme für etwaige andere Gebäude übrig bliebe. Willenberg: "Wir wollen auf die Minute genau wissen, wie die Kurve im Winter aussieht." Im Sommer könne gerne jeder kommen. Denn eines weiß der Betriebsleiter auch ohne große Messung: "Da haben wir genug Wärme übrig."



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