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Angebot des Bergbaumuseums ist auf dem Weg zum Renner

Im Steinbruch hallen die Freudenschreie der Sammler

Kleinenbremen (ly). Manchmal hallen Schreie durch den Steinbruch. "Das sind Freudenschreie", beruhigt Mike Polschinski, Mitarbeiter des Kleinenbremer Bergbaumuseums und Fossilien-Experte. Meistens hat dann ein Laie auf einer Exkursion seinen ersten Ammoniten gefunden.

veröffentlicht am 16.05.2007 um 00:00 Uhr

Reiche Beute: Stolz zeigen Teilnehmer ihre gerade gefundenen Fos

Michael Sierig (40) aus Minden sammelt schon ewig, Tochter Kira kann sich ebenfalls begeistern. Seit der Kindheit ist Sierig auf der Suche nach Fossilien, infiziert von seinem Vater Rudi (69). Eine lange Zeit. Umso mehr freut er sichüber seinen ersten Fund eines versteinerten Kopffüßlers (Tintenfisches). Längst ist dieser Ammonit ausgestorben, gelebt haben mag die Art vor 188 Millionen Jahren, also in der unteren Jurazeit. "Muscheln habe ich schon tonnenweise aus dem Berg gebaggert, einen Ammoniten noch nie", erzählt Michael Sierig. Vor wenigen Tagen war es so weit - endlich. Für Familie Sierig hat sich der weite Weg zu einem Steinbruch im Kreis Höxter damit gelohnt. Und nicht nur für sie. Bei der zweiten Exkursion des Museums für Bergbau und Erdgeschichte, so schätzt Hobby-Paläontologe Polschinski, haben fast alle der 23 Teilnehmer (maximal 25 dürfen mit) einen der begehrten Ammoniten entdeckt. Zugeschnitten ist das Konzept der neuen Reihe "Fossilien suchen in der Region" speziell auf Einsteiger. Gleich im ersten Jahr scheint es zum Renner zu werden. Ein Drittel der Plätze für die fünf übrigen Exkursionen in 2007 sind schon gebucht. Theorie ist nicht alles, aber ohne Theorie ist alles nichts. Vor dem Start hält Mike Polschinski daher einen etwa einstündigen Vortrag, danach geht's in die erdgeschichtliche Abteilung des Museums und erst mit diesem Basiswissen per Autokorso in den jeweiligen Steinbruch. So erfahren die Teilnehmer, dass Mitteleuropa in der unteren Jurazeit von einem flachen Ozean bedeckt war, aus dem nur wenige Inseln ragten. Im freien Wasser und den Riffen blühte das Leben. Doch das urzeitliche Meer war tückisch. Weil sich die unteren Wasserschichten nicht mit den oberen mischten, fehlte am Grund der Sauerstoff. Alles Leben wurde dort vernichtet. "Für den Fossiliensammler ist dieser Umstand jedoch ein Glücksfall", so Polschinski. Eine Vielzahl von Gattungen könne gefunden werden. Im Höxteraner Steinbruch zum Beispiel gehören zu den Meeresablagerungen diverse Muscheln, Austern und Schnecken, Brachiopoden, Belemniten oder Stielglieder der Seelilie. Und natürlich formschöne Ammoniten, deren letzte Verwandte, Tintenfische der Gattung Nautilus, noch heute in der Karibik lebten, wie Polschinski erklärt. Vielleicht deshalb sind diese Funde für Fossiliensammler so faszinierend. Termin: Auf Exkursion geht es einmal pro Monat, immer an einem Samstag. Die nächsten Termine: 16. Juni, 21. Juli, 18. August, 15. September, 13. Oktober. Anmeldungen unter (0 57 22) 9 02 23. Berücksichtigt werden können nur bestätigte Anmeldungen.



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