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Senioren-Union erfährt Details über aktuelle Flüchtlingskonstellation

Im Moment ist alles im Fluss

Bückeburg. Zahlreiche im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Flüchtlingskonstellation auftauchende Unwägbarkeiten hat eine von der Bückeburger Senioren-Union arrangierte Gesprächsrunde vor Augen geführt. Die eben noch aktuellen Zahlen seien wenig später schon wieder veraltet, führte Awo-Vertreter Stephan Harmtann aus. „Im Moment ist alles im Fluss.“

veröffentlicht am 15.10.2015 um 00:00 Uhr

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Zurzeit funktioniere vieles über Improvisation, alles müsse „ein bisschen hopplahopp gehen“, gab Christian Schütte seitens der Stadtverwaltung zu verstehen. „Derzeit ist keine Zahl in Zement gegossen.“ Die Situation präsentiere sich „auch ein wenig chaotisch“, merkte Pastor Jan-Uwe Zapke an. „Alles hat sich ganz schnell geändert, momentan befinden wir uns in einem Werdeprozess.“ Frank Kater und Bernd Hesseling vom Technischen Hilfswerk erinnerten an die Einsätze ihrer Organisation im Zusammenhang mit der Belegung der Jägerkaserne. „Die Herrichtung als Notunterkunft haben wir in Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen innerhalb einer Nacht erledigt.“

Schütte rief ins Gedächtnis, dass die Stadt nach wie vor auf der Suche nach Wohnraum sei. „Die Wohnungssuche stellt uns vor erhebliche Probleme.“ Zumal im Gegensatz zu den in den 1990er Jahren gepflegten Vorgehensweisen keine sozialen Brennpunkte entstehen sollten. „Wir streben nach wie vor dezentrale Unterringungen an.“ Die entsprechenden Maßnahmen könnten von der Stadtverwaltung indes nicht nebenher ausgeführt werden. „Dafür brauchen wir Personal.“

Schütte und Hartmann gingen davon aus, dass Bückeburg in absehbarer Zeit knapp 300 Asylsuchende beherbergen wird. „Wir müssen landkreisweit mit drei- bis viertausend Flüchtlingen in den nächsten Monaten rechnen“, erklärte Hartmann. „Das bedeutet praktisch knapp 80 Menschen pro Woche.“ Angesichts dieser Zahlen sei „ganz klar“, dass es „irgendwann, irgendwo, irgendwie größere Unterbringungseinheiten“ geben werde. „Sonst können wir diese Menschen nicht mehr unterbringen“, konstatierte der Ansprechpartner für Zuwanderer der Schaumburger Arbeiterwohlfahrt.

Zapke berichtete von einem nicht konfessionsgebundenen Kreis, der den Neubürgern vor allem mit Begegnungsgesprächen und Deutschunterricht unter die Arme greift. „Da geht es zum Einstieg um ganz einfache Dinge – Tasse, Teller, Name, Danke, Bitte“, erläuterte der Geistliche. Zudem kümmere sich der Kreis um die Mobilität der Asylsuchenden. Wobei Fahrräder nach wie vor eine wichtige Rolle spielten. „Das THW kann nicht nur Notunterkünfte herrichten, sondern auch Fahrräder wieder flott machen und Wohnungen auf Vordermann bringen“, zeigten Hesseling und Kater in diesem Zusammenhang auf.

„Es kommt, insbesondere mit Blick auf die Integration und die Eingliederung in den Arbeitsmarkt eine schwierige Zeit auf uns zu“, meinte Senioren-Unionsvorsitzender Friedrich Pörtner, der sich bei den Gesprächsrundengästen für deren detaillierte Schilderungen bedankte. „Wir haben viele Neuigkeiten in Erfahrung bringe können.“



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