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Mystik, Magie und Meer dominieren in Irland – auch das Wetter ist auf der westlichsten Insel Europas besser als sein Ruf

Im Land, in dem die Feen schlafen und der Teufel spuckt

Ein irisches Sprichwort besagt: „Ein Fremder ist ein Freund, dem man bisher nur noch nicht begegnet ist“, in diesem Sinne „Fáilte go hÉireann“ – willkommen in Irland. Abseits des Sommertrubels und fern von hohen Temperaturen, bietet die Grüne Insel Ruhe, Erholung und ein gemäßigtes Klima, in dem diverse mediterrane Pflanzen gedeihen: Agaven und Palmen wachsen vor der Haustür, Rhododendren, Fuchsien und Montbretien liefern ein buntes Bild am Straßenrand. Das Wetter ist zwar oft unbeständig, aber dennoch viel besser als sein Ruf.

veröffentlicht am 06.11.2009 um 15:50 Uhr

Imposantes Bauwerk am Kylemore Lake: die Kylemore Abbey Connemar

Autor:

Gabriele Laube

Zwei Wochen lang lassen wir den Zauber der Insel auf uns wirken, fahren durch schöne, oft einsame, wilde Gegenden und machen Station in kleinen gemütlichen Ortschaften. Ein Bed & Breakfast findet sich auch ohne Vorausbuchung recht gut, traditionelle irische Livemusik in einem der zahlreichen Pubs sorgt für abendliche Unterhaltung. Die Iren sind freundlich, gesellig und kinderlieb – und haben noch reichlich Platz auf ihrer Insel, was besonders die vielen Besucher erfreut. Deren Interesse konzentriert sich auch auf die schöne Umgebung von Killarney mit dem Nationalpark und den Macgillycuddy’s Reeks, dem Herrensitz Muckross House and Gardens, dem Wandererlebnis Gap of Dunloe und auf den Ort selbst, von wo aus auch die Rundtouren für den Ring of Kerry, jene berühmte Küstenstraße auf der Halbinsel Iveragh, starten. Zeit nehmen sollte man sich hier für die Umgebung von Cahirciveen und Valentia Island. Die westlichste Insel Europas war das erste, was Charles Lindbergh nach seinem Atlantikflug 1927 von Europa sah. Auf die 270 Meter hohen Gekaun Mountains geht es einen steilen Schotterweg hoch, die Fernsicht ist herrlich, allerdings ist man auch schnell in den Wolken und kann einen Wolkenbruch auf Augenhöhe erleben.

Der religiöse Glaube ist wichtig in diesem Land, Märchen und Sagen werden gerne erzählt, und viele Orte wie die Ringforts auf Iveragh oder Steinkreise wie der Drombeg Stone Circle im Süden gelten als magisch oder verwunschen. Ein Besuch dieser Überreste frühirischer Kultur lohnt aber allein schon des Weitblicks wegen. Auf der Halbinsel Dingle präsentiert sich Irland vom weißen Sandstrand bis hin zur ungebändigten Natur, kompakt mit vielen Höhepunkten auf wenigen Kilometern. „An Gaeltacht“, steht auf einem Hinweisschild am Straßenrand und weist darauf hin: Hier wird irisch gesprochen und geschrieben.

Auf dem Weg westwärts begleitet uns das prähistorische Erbe Irlands am Wegrand mit Hochkreuzen, Steinhütten und uralten Festungsanlagen bis hin zu den Felsen vom Slea Head. Einer Legende nach soll sich in dieser einsamen Bucht die Tochter der Sonne mit dem Gott des Meeres vermählt haben. Geheimnisvoll wirken die Felseninseln der Blasket Islands und Skelligs im Atlantik vor Kerrys Küste an einem dunstigen Tag, bergauf in hellem Sonnenschein thront Gallarus Oratory, eine frühzeitliche Kirche in Trockenbauweise. Weiter nördlich liegt die karge Ebene des Burren im County Clare verwunschen im Regen. Unsere Höhepunkte sind die Cliffs of Moher, eine zerrissene Küstenformation mit hohen abstürzenden Klippen, der Poulnabrone Dolmen, ein 4000 Jahre altes Megalithgrab, und die Tropfsteinhöhle Ailwee Cave. Im Hafenörtchen Doolin verführt nicht die Musik, sondern eine kleine Chocolaterie mit handgemachten exotischen Schokoladenkreationen.

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Nach einer Stippvisite im schönen Städtchen Galway geht es weiter in westlicher Richtung. Moor- und Heidelandschaften, Buchten, Seen und Berge formen in Connemara ein spannungsreiches Landschaftsbild. Nicht weit entfernt liegt Kylemore Abbey, ein 1871 als Schloss gebauter prachtvoller Herrensitz, seit 1920 Sitz der ältesten irischen Benediktinnerinnenabtei und Mädchenschule. Einige Räume und die prachtvollen Gärten sind Besuchern zugänglich.

In den Bergen gelten die gut ausgeschilderten Wanderwege als Paradies für Fußgänger; Radtouristen sollten eine gute Kondition haben, Rücksichtnahme im Straßenverkehr ist oberstes Gebot und links fahren gar nicht so schwierig.

Ein Abstecher ins Landesinnere bringt uns zum Rock of Cashel, der wie ein Riesenklotz mitten in der weiten Ebene von Tipperary aufragt. Dort haben der Sage nach in grauer Vorzeit Feen genächtigt, aber ob dieser Fels tatsächlich vom Teufel dorthin gespuckt wurde? Zwei Kathedralen, ein Wohnturm, ein Rundturm und eine Vikarie drängen sich auf dem Plateau und zeugen von der großen geschichtlichen Bedeutung dieses Ortes. Bei einer traditionellen irischen Tanz- und Musikshow im Kulturzentrum Brú Ború können dann auch Nichttänzer irische Volkstänze erlernen.

Poulnabrone-Dolmen im Burren (links) und Valentia Island Steilküste am Gekaun Mountain.



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