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Hochwasser: Ortsrat prüft Problemzonen

"Im Klärwerk kommt das Fünffache an"

Vehlen (sig). Die Einwohner von Vehlen haben allen Grund, besorgt zum Himmel zu schauen, wenn der sich tiefschwarz färbt und seine Schleusen öffnet. Den Ort durchziehen zahlreiche Gräben und Bäche, die höher liegende Bereiche der Bergstadt entwässern. Wenn bei einem Wolkenbruch Unmengen Wasser in kürzester Zeit zusammenlaufen, dann zeigen sich im Dorf etliche Schwachstellen. Bei einer Ortsbegehung am 14. Juli will der Ortsrat die Gefahrenpunkte näher unter die Lupe nehmen.

veröffentlicht am 11.06.2007 um 00:00 Uhr

Die Fluten reißen immer mehr Ackerland weg und höhlen die Uferbe

Es ist erst wenige Tage her, dass sowohl in der Schachstraße als auch in der Maschstraße und in der Vehlener Straße wieder Keller überschwemmt waren und die Ortsfeuerwehr zu Hilfe kommen musste. Kein Wunder, dass sich der Ortsrat in seiner letzten Sitzung wieder mit dem Thema befasste, obwohl es nicht auf der Tagesordnung stand. Aber schließlich sollen bei der Ortsbegehung ja jene Stellen aufgesucht werden, die nicht erst seit dem jüngsten Platzregen Sorgen bereiten. Landwirt Hartmut Prange war eigens zur Sitzung eingeladen worden, weil im Besonderen ihm die Entwicklung an der Einmündung des Beeke-Entlastungsgrabens in den Aue-Umfluter Sorgen bereitet. "Dort werden immer mehr Baumwurzeln unterspült und größere Mengen Land abgetragen, weil der Graben im rechten Winkel auf die Aue trifft", warnte er die Mitglieder des Ortsrates. "Bei der Stollenbeeke hat man dieses Problem sinnvoll gelöst durch einen Aufprallschutz; beim Umfluter wird es Zeit für eine ähnliche Lösung", äußerte sich Ernst Völkening. "Auch in Achum gibt es jetzt eine Prallwand, warum soll das nicht bei unserem Aue-Umfluter möglich sein?", fragte Martin Schulze-Elvert. Ortsbürgermeister Werner Harder meldete sich mit dem Hinweis zu Wort: "Die Untere Naturschutzbehörde hatte unsere Vorschläge abgelehnt, aber sie wird sich nach den jetzt entstandenen Schäden damit befassen müssen. Es geht nämlich immer mehr Land verloren." Er schnitt anschließend noch das Thema an, dass nach einem Regenguss in der Vehlener Kläranlage ein Mehrfaches an Wasser ankomme als sonst. Das lasse darauf schließen, dass möglicherweise einige der Neubauten fälschlicherweise Oberflächenwasser in den Schmutzwasserkanal ableiten. Das müsse geprüft werden. Dafür gebe es jetzt ein neues Verfahren mit Wasserdampf anstelle von gefärbtem Wasser. Horst Sassenberg nahm diese Aussage auf. Er habe gehört, dass sich die Wassermengen nach einem solchen Regen im Klärwerk verfünffachen. Das könne nicht allein darauf zurückgeführt werden, dass über Straßen und Wege hinweg fließendes Regenwasser durch die kleinen Öffnungen in den Kanaldeckeln eindringen. Von Ernst Völkening kamen Bedenken, dass der Durchmesser der Kanalrohre, die das Schmutzwasser aus Richtung Bad Eilsen und Ahnsen heranführen, im Bereich von Vehlen nicht mehr ausreicht und es deshalb an etlichen Stellen zum Rückstau kommt. Über dieses Thema will man mit dem Abwasserverband sprechen. Es wird in nächster Zeit Arbeit an mehreren Fronten geben, um mehr Sicherheit für die Einwohner des Ortes vor den Folgen von Starkregen und Hochwasser zu bieten.



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