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Wiedersehen nach 40 Jahren: Die beiden Briten "Fossy" und Hank komplettieren "Generations"-Team

Im Keller wird fürs Revival-Konzert geprobt

Eisbergen (who). "What am I doing here, 61 years old?" Was mache ich hier eigentlich mit meinen 61 Jahren, hat sich Hank Williams gefragt, als er am Donnerstag zusammen mit Terence Fosbrook auf dem Flughafen in Hannover eingetroffen ist. Als die beiden Briten in der Ankunftshalle die zwei Männer mit dem Pappschild mit dem Wort "Generations" darauf sehen, sind plötzlich die Erinnerungen da: Genau vor 40 Jahren haben sie mit den zwei winkenden Deutschen als "The Generations" Erfolge in der wilden Beat-Zeit gefeiert. Jetzt sind sie zurückgekommen, um gemeinsam mit ihren Freunden und Gastgebern ein persönliches Stück Zeit- und Lebensgeschichte wiederaufleben zu lassen.

veröffentlicht am 31.03.2008 um 00:00 Uhr

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Anlässlich der 1111-Jahr- Feier von Veltheim im August 2007 waren einige Mitglieder der alten Generations mit Ergänzung durch heimische Musiker erstmals wieder auf die Bühne gegangen. Ausgelöst durch die überwältigende Resonanz alter Fans auf das Experiment, haben die Musiker nach Terence Fosbrook und Hank Williams geforscht. Der frühere Bassist und der ehemalige Leadsänger der Generations waren nach ihrer Zeit bei der britischen Armee in Minden zurück nach England versetzt worden. Dort hatten auch sie sich aus den Augen verloren und sich erst kürzlich ihrerseits wiedergefunden. "Wir haben die beidenübers Internet unter ?Friends reunited' aufgespürt", erklären Dieter Ass und Karl-Heinz Vauth als Schlagzeuger und Rhythmus-Gitarrist der Generations. Dann sei's ganz schnell gegangen und sie hätten die alten Freunde zu einem verlängerten Wochenende zum Wiedersehenstreff und gemeinsamen Proben nach Eisbergen einladen können. Das Ziel: Ein Generations-Auftritt fast in Originalbesetzung am 21. Juni beim Dorfgemeinschaftsfestin Veltheim. Fast sofort nach der Ankunft gehen die wiedervereinigten Freunde in Vauths Keller-Übungsraum in Eisbergen an die Instrumente. Rund vierzig Stücke aus der Beat-Ära haben sie im Vorfeld zusammengestellt, die sie an diesem Wochenende durchspielen wollen. Auch wenn's auf beiden Seiten etwas Anlaufzeit braucht, um sich sprachlich zu verständigen - über die Songs aus der gemeinsamen Jugendzeit finden die gereiften Senior-Beatniks schnell wieder zusammen. Die Stapel alter Fotos von damals besorgen den Rest und die Generations erleben einen Flashback in die sechziger Jahre. "Damals haben wir zwei oder meistens sogar drei Auftritte pro Woche gehabt", schwärmt Dieter Ass, der bis heute als Schlagzeuger gefragt und im Einsatz ist. Alle zusammen erinnern sich an die Zeit, als sie in voll besetzten Gasthaus- und Konzertsälen aufgetreten sind. Und wie Fossy (Terence Fosberg) bei Sprüngen in Tarzan-Manier gelegentlich Kronleuchter zu Boden gerissen hat. "Oder wie wir nach dem Vorbild von ?The Who' am Schluss unserer Auftritte Gitarren zerdeppert haben", berichtet Dieter Ass - allerdings ausschließlich alte Instrumente. Stück für Stück spielen sich die Generations an ihrem Probenwochenende wieder in die alte Form. Ob "Mighty Quinn" von Manfred Mann, "Keep on Running" von der Spencer Davis Group oder "Hey Jude" von den Beatles, einen Titel nach dem anderen holen sie sich zurück. Es scheint, als habe es die letzten 40 Jahre nicht gegeben. Nur ein wenig älter sind sie halt geworden und Terence Fosbrook muss versprechen, dass er bis zum 21. Juni noch etwas mehr als die anderen üben wird: Denn er hat - im Gegensatz zu den Freuden - seit 20 Jahren so gut wie kein Instrument mehr angefasst. "Ich gehe davon aus, dass es was wird und dass wir am 21. Juni erstklassig spielen werden", ist Ass zuversichtlich. Fosbrook und Williams wollen zum Veltheimer Dorfgemeinschaftsfest ihre Ehefrauen mitbringen und auch an die Orte fahren, die sie mit ihrer Army-Zeit verbinden. "Zum Beispiel zum früheren britischen Militärhospital in Rinteln, wo meine Tochter geboren worden ist", meint Hank Williams.



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