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Kreisverbindungskommando hilft / Zehn Reservisten für Schaumburg eingeteilt / Arbeitsplatz im Kreishaus

Im Katastrophenfall erhält der Landrat Unterstützung

Landkreis (gus). Die Bundeswehr ist dabei, die zivil-militärische Zusammenarbeit zu reformieren. In diesem Verfahren ist das Landeskommando Niedersachsen entstanden. Das hat Auswirkungen auf den Katastrophenschutz im Landkreis Schaumburg - wie auch auf alle übrigen Landkreise in Niedersachsen. Oberst Paul Josef Bacher, Kommandeur des Landeskommandos, hat die neuen Möglichkeiten erläutert.

veröffentlicht am 17.01.2007 um 00:00 Uhr

Oberst Paul Josef Bacher: "Das Kreisverbindungskommandoübernimmt

Innerhalb des Landeskommandos Niedersachsen und des untergeordneten Bezirksverbindungskommandos (BVK) gibt es auch ein Kreisverbindungskommando (KVK) für Schaumburg. Dies besteht aus zehn Soldaten: Stabsoffiziere, Offiziere und Unteroffiziere. Die truppenteil- und truppengattungsübergreifend ausgewählten Reservisten und Ex-Soldaten stehen dem Landkreis zuvorderst in puncto Katastrophenschutz zur Verfügung. Die Aufgabe wird, so Bacher, nicht in Form von Konkurrenz zu den derzeitigen Katastrophenschutz-Instanzen wahrgenommen. Der Landrat als höchster Verwaltungsbeamter hat im Landkreis auch weiterhin die Zügel in der Hand, wenn es zum Katastrophenfall kommen sollte - und auch bei der Einstufung eines dafür in Frage kommenden Szenarios. An die Adressen von Rettungsorganisationen wie DLRG, THW und Feuerwehr gerichtet, sagte Bacher: "Wir wollen niemandem etwas wegnehmen." Vielmehr gehe es bei der Arbeit des KVK um Unterstützung für den Landrat und dessen Krisenstab sowie um Beratung bei der Prävention. Eine Befehlsgewalt besteht weder seitens der Kreisverwaltung gegenüber den Soldaten noch umgekehrt, wie Bacher herausstrich. "Der Befehlshaber hat die Verantwortung für die Soldaten", erklärt Bacher. Ebenso habe der Landkreis die Verantwortung für die Einsatzkräfte seines Stabes. Kompetenzgerangel im Ernstfall erwartet dieser, der in seiner Laufbahn unter anderem Kommandeur des deutschen Kontingents der Mission "Althea" in Bosnien-Herzegowina (2004/2005) war, nicht. "Das funktioniert. Ich sehe keine Gefahr." Und so sieht das KVK konkret aus: Ein Reservist mit dem Dienstgrad Oberstleutnant hat das Heft in der Hand. Diesem wird laut Bacher ein Arbeitsplatz im Kreishaus zur Verfügung gestellt. 80 Euro Tagespauschale plus Kilometergeld erhält dieser Verbindungsoffizier als Vergütung. Das gesamte Landeskommando wird aus dem Bundeswehretat finanziert. Die übrigen neun Soldaten, der niedrigste Dienstgrad ist Stabsfeldwebel, sind dessen Stellvertreter beziehungsweise Zuarbeiter. Alle KVK-Soldaten werden laut Bacher unter dem Gesichtspunkt der Führungsfähigkeit ausgesucht und vor Dienstantritt vier bis sechs Wochen geschult. Anschließend nehmen diese an den Katastrophenschutzübungen des Landkreises teil und werden von der Bundeswehr weiter aus- und fortgebildet. Etwa zweimal pro Monat, so Bacher, wird der Verbindungsoffizier das KVK zusammenrufen. Sollte es zum Katastrophenfall kommen, kann der Landrat beim Verbindungsoffizier Hilfe anfordern. Wie die Hilfe der Bundeswehr aussieht, entscheiden dieübergeordneten Instanzen - zunächst wäre das Oberst Bacher. Die zehn Schaumburger KVK-Mitglieder werden in der kommenden Woche in Wunstorf präsentiert. Der Großteil soll aus dem Landkreis stammen. An Bereitschaft bei den Reservisten hat es laut Bacher nicht gemangelt.

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