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Zweckverband läutet mit Vergaben letztes Kapitel des Alt-Klinikums ein / Parkplätze verkauft

Im Juni beginnen die Abbrucharbeiten

Minden (mt). Während im neuen Klinikum der Betrieb noch nicht ganz reibungslos läuft, klärt sich mehr und mehr die Zukunft der Alt-Standorte. I n Sitzungen der Zweckverbandsversammlung wurden dazu die nächsten Schritte eingeleitet.

veröffentlicht am 21.05.2008 um 00:00 Uhr

Relativ einfach ist die Zukunft des ehemaligen Klinikums II an der Portastraße. Der Schinkelbau wird nach Umbau - Fertigstellung etwa 2010 - einige Kreis-Tochterfirmen und Teile des Kommunalarchivs aufnehmen, die Kinderklinik wird zur Ausbildungsakademie umgebaut, in die frühere Krankenhaus-Apotheke kommt übergangsweise die Pro Arbeit, und die ehemalige Frauenklinik wird abgerissen. Den Auftrag dazu soll eine Gütersloher Spezialfirma bekommen haben. Übernommen wurden die Grundstücke und Gebäude des Zweckverbands "Kliniken im Mühlenkreis" vom Kreis und von seiner Immobilien-Tochter AML-Immo, die das Heizkraftwerk des neuen Klinikums und das Entsorgungszentrum Pohlsche Heide hält. Die AML-Immo bekommt die Grundstücke samt Gebäude zum Symbolpreis von einem Euro, übernimmt dafür die Abrisskosten für Frauenklinik und Schwesternwohnheim sowie die Umbaukosten an der denkmalsgeschützten Hautklinik und der Kinderklinik. Nicht so erfolgreich wie erhofft ist die Vermarktung der 60 000 Quadratmeter gewesen, das zum Klinikum I gehörte. Trotz zahlreicher Interessenten-Anfragen nach bundesweit geschalteten Anzeigen wurde nicht der wunschgemäße Investor gefunden, der das ganze Areal erwirbt und auf seine Kosten die vorhandenen Gebäude abreißen lässt. Diese Situation ließ im Herbst vorigen Jahres den Plan B in Kraft treten. Danach geht es darum, die Gebäude auf Zweckverbandskosten abzureißen und das aus dem Verkauf der außerhalb des zusammenhängenden Klinikum-Geländes liegenden Flächen, also der drei Parkplätze zu finanzieren. Das scheint gelungen zu sein,gestern befasste sich die Zweckverbandsversammlung abschließend mit dem Thema. Immerhin scheint es sogar gelungen zu sein, aus dem Verkauf mehr Geld zu erlösen als der Auftrag für die Abrissarbeiten kostet. Der gute Preis liegt nicht nur an der guten Lage, sondern auch daran, dass sich 58 Interessenten für die Parkplätze interessierten. So konnten Preise von 120 bzw. 180 Euro pro Quadratmeter erzielt werden. Insgesamt sollen zwei Millionen Euro für die 1,5 Hektar erlöst worden sein. Für den Abriss der alten Gebäude sind 1,6 Millionen Euro angesetzt. Nun soll alles ganz rasch gehen. "Im nächsten Monat wird mit den Abrissarbeiten an beiden Altstandorten angefangen", teilte Kreis-Baudezernent Jürgen Striet mit, "und bis Jahresende wollen wir fertig sein." In der Zwischenzeit wird die Vermarktung der zu räumenden Flächen vorbereitet. Um Millionen geht es auch in einem Prozess vor dem Landgericht in Bielefeld, wo sich der Bauherr des Johannes-Wesling-Klinikums und der Bauunternehmer, der Arge Bögl/Temme, gegenseitig mit Forderungen überziehen. Die Baufirma fordert fünf Millionen Euro wegen höherer Materialkosten, das Klinikum kontert mit einer Forderung von 2,5 Millionen Euro wegen Baumängeln und Terminüberschreitung. Beide Seiten haben Gutachten vorgelegt, der erste Gütetermin indieser Woche war erwartungsgemäß erfolglos. Das Gericht will jetzt weitere Sachverständige hinzuziehen. "Das wird sich noch monatelang hinziehen", sagte der Vorstand der Mühlenkreis-Kliniken, Gerald Oestreich.



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