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Gelöbnis: 282 Rekruten auf dem Marktplatz in die Pflicht genommen

Im Fokus aller Anstrengung liegt die Werteskala unseres Staates

Bückeburg (thm). Die erste Bekanntschaft mit dem "Bund" liegt für 182 Rekruten der Rekrutenkompanie 4 in der Lehrgruppe B aus Bückeburg sowie für 100 Rekruten des schweren Pionierbataillons 130 aus Minden gerade zwei Monate zurück. Gestern Nachmittag auf dem Marktplatz haben die Wehrpflichtigen gelobt, unserem Land treu zu dienen; diejenigen Soldaten, die länger bei der Bundeswehr bleiben werden, haben's schwören müssen.

veröffentlicht am 05.09.2008 um 00:00 Uhr

Bürgermeister Reiner Brombach und Brigadegeneral Richard Bolz be

Künftig kann ihnen allen, künftig wird manch einem von ihnen auch "einiges abverlangt" werden, darauf haben alle Redner hingewiesen. Zum Beispiel Bürgermeister Reiner Brombach: Einschränkung der persönlichen Freiheit (welche auf sich zu nehmen heute keine Selbstverständlichkeit mehr sei), ein hohes Risiko fürs eigene Leben (welches bei den heute zum Soldatenalltag gehörenden, gefährlichen Einsätzen der Bundeswehr im Ausland ein jeder Soldat eingehe), der kritische Blick der Öffentlichkeit auf jeden Einzelnen unter ihnen (was jedem Rekruten klar sein müsse, da für Soldaten Vorbildfunktion gelte). Dass der Wechsel vom Privaten ins Soldatenleben die Geschäftsgrundlage verändert, haben die Jungs, die gestern Nachmittag im Mittelpunkt standen, bereits mitbekommen. Mario Estell als Vertrauensperson der Rekruten schilderte, der Ton sei härter, Worte wie "Bitte" oder "Danke" seltener geworden. Andererseits: Schon nach wenigen Wochen hätten sie gespürt, wie das "gezwungene Zusammenleben und Zusammenschaffen" vieles andere entstehen lasse, darunter auch etwas, das man Kameradschaft nenne, also ein Klima der Hilfsbereitschaft, das es der Gruppe ermögliche, Aufgaben zu verwirklichen und Ziele zu erreichen, die der Einzelne nicht erreichen könne. Das weiß aus der täglichen Praxis kaum einer besser als Oberstleutnant Andreas Henne. Auch der Kommandeur der Lehrgruppe B betonte den "hohen Stellenwert einer im Team erbrachten Leistung". Wie schon Brombach wies er auf die Werteordnung unseres Staates hin, die zu verteidigen die jungen Soldaten nun geloben müssten. Werte wie Recht, Freiheit, Demokratie - für uns eine Selbstverständlichkeit, nicht aber für viele Menschen anderswo, wie er bei seinen Auslandseinsätzen immer wieder erfahren habe. Es lohne es sich, für die Werteskala unseres Staates einzutreten - ob im Rahmen der Bundeswehr, obzu Hause, in der Nachbarschaft oder bei den eigenen Freunden. Natürlich ist die Gelöbniszeremonie auch ein "Event": Bereits mittags war der Marktplatz dafür abgesperrt worden. Ringsum sammelten sich bis zum Beginn Hunderte Zuschauer, darunter natürlich auch viele Angehörige der jungen Soldaten, um diesen Augenblick zu verfolgen (und natürlich auch auf den Chip der Digitalkamera zu bannen). Sie erlebten den Auf- und Abmarsch der beiden Rekrutenkompanien, die zackigen Kommandos der Offiziere, das Heeresmusikkorps I aus Hannover mit seiner gekonnten musikalischen Umrahmung, das Senken der Truppenfahne und die alles entscheidenden Worte: "Ich gelobe ...!"

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