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Stammtischbrüder treffen sich seit 40 Jahren / Wer unentschuldigt fehlt, muss Strafe zahlen

Im Erste-Klasse-Abteil von Christian Wulff

Escher (la). Vor einigen Jahren hat es in Escher die Gastwirtschaft "Zum Grünen Jäger" gegeben, die von Heinrich Harland geführt wurde und beliebter Treffpunkt für die Einheimischen war. Dort vereinbarten am 11. November 1967 um 1.30 Uhr, also vor nunmehr 40 Jahren, sieben Freunde, sich jeweils freitags zu einer Stammtischrunde zu treffen. Bis heute haben sich Heinrich Hothan, Artur Hauser, Heinrich Tegtmeier, Günther Kern und Hermann Klingenberg daran gehalten.

veröffentlicht am 12.12.2007 um 00:00 Uhr

Zu den vier Stammtischbrüdern Hermann Klingenberg (v.l.), Heinri

Denn das haben sie damals auf einem kleinen Zettel von "Ditterker Garbenbrand" schriftlich festgehalten. In diesem "Gründungsprotokoll" ist zu lesen, dass sich jeder verpflichtet, bei unentschuldigtem Fehlen fünf Mark in eine gemeinsame Kasse einzuzahlen. Inzwischen sind die Modalitäten ein wenig verändert worden und auch die ursprüngliche Stammtischbesetzung von sieben gestandenen Männern variierte. Von elfist die Zahl der Stammtischbrüder auf heute fünf Mann zusammengeschrumpft. Nachdem es in Escher keineöffentliche Gastwirtschaft mehr gab, wechselten die Stammtischfreunde in das Feuerwehrgerätehaus. Dort treffen sie sich allerdings nur noch alle 14 Tage. Die "Strafgebühren" für Fehlende kommt noch immer in einen Reisefonds, der - zum Teil allein unter Männern, aber auch gemeinsam mit den Ehefrauen - "verjubelt" wird. Im Jubiläumsjahr führte die Reise mit der Bahn auf die Insel Usedom, wo die Stammtischbrüder vier schöne Tage miteinander verlebten. Schon auf der Fahrt nach Berlin gab es ein nicht alltägliches Ereignis. Durch einen Fehler der Bahn fanden sich die Escheraner im Erste-Klasse-Abteil des Niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff wieder. Der Gesprächsstoff geht den fünf Stammtischfreunden auch nach 40 Jahren noch nicht aus, denn zu diskutieren und politisieren gibt es genug. Egal, ob über die große Politik oder das Wirken der heimischen Ratspolitiker. Stolz sind die Stammtischbrüder auf ein eigenes Lied, das ihnen der ehemalige Grundschullehrer in Escher, Gerd Matthä, komponiert hat. Bei Geburtstagen oder Feiern, zu denen die Stammtischbrüder eingeladen werden, wird es gern zu Gehör gebracht. "Stammtischbrüder, die sind immer dabei! Und der Stammtisch ist ihr zweites Daheim! Stammtischbrüder streiten manchmal bis aufs Blut, doch dann sind sie sich wieder gut..." lautet der Refrain des Liedes.



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