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15-Jähriger: Mit Spielzeugpistole und echten Patronen zum Unterricht / "Wollte Eindruck schinden

Im Chat gedroht - dann mit Waffe in die Schule

Obernkirchen (rnk). Für viel, viel Wirbel hat ein 15-Jähriger am Schulzentrum gesorgt: Der Schüler war mit einer Pistole und Kugeln in der Schule aufgetaucht, zudem hatte er in einem Chatroom seinen Mitschülern gedroht. Wie sich herausstellte, war die Waffe eine Spielzeugpistole und die Kugeln - es waren zwei kleine - hatte er bei seinem Opa gefunden.

veröffentlicht am 13.11.2008 um 00:00 Uhr

Der Vorfall trug sich am Montag, 27. September zu. Am nächsten Tag berichteten Schüler der Klasse ihrer Lehrerin von dem Vorfall, die wiederum Direktor Torsten Reinecke informierte. Anschließend wurden die Schulsachen des Teenagers durchsucht, aber ohne Ergebnis. Der Schüler gab den Vorfall zu, erklärte aber, die Pistole sei ein Spielzeug, die beiden Kugeln habe er bei seinem Großvater gefunden. Anschließend wurde die Mutter verständigt, nach dem Gespräch mit dem Schulleiter wurde der Schüler für den Rest der Woche vom Unterricht befreit. Als die Lehrerin am gleichen Tag mit ihrer Klasse über den Vorfall spricht, wird bekannt, dass der Schüler sich in einem Chatroom darüber beklagt habe, dass er von Mitschülern drangsaliert und er sich dafür revanchieren werde. Der Ausdruck des Chats liegt Direktor Reinecke am nächsten Morgen vor - und wirft eine Frage auf: Wie damit umgehen? Zwar sind nahezu alle dieser Internet-Rache- und Amok-Ankündigungen nicht ernst gemeint, aber die Schulleitung beschließt dennoch: Wir nehmen das ernst. Die Kripo in Bückeburg wird informiert, die wiederum den Vorfall an Rinteln abgibt. Beamte fahren sofort zur Schule, ihnen wird der Vorfall erläutert und der Chatbericht vorgelegt. Zur gleiche Zeit ruft die Mutter an und möchte ein Gespräch mit der Schulleitung. Das findet umgehend statt: mit Reinecke und der noch anwesenden Polizei. "Die Mutter", so betont Reinecke, "hat sich außerordentlich kooperativ gezeigt." Anschließend fährt die Polizei mit der Mutter nach Hause. Zu klären gibt es mindestens zwei Fragen: Gibt es Waffen? Und: Gibt es eine Gefährdung? Dort stellt sich dann auch heraus, dass die Waffe, die der Schüler mit in die Schule brachte, eine Spielzeugpistole ist. Anschließend wird der sozial-psychiatrische Dienst des Landkreises Schaumburg von der Polizei hinzugezogen, mit der Schulleitung wird der gesamte Vorfall eingeschätzt. Alle sind sich einig: Es gab keine Gefährdung, der Schüler wollte sich nur wichtig machen und Eindruck schinden. Die Eltern haben mittlerweile Kontakt zu einem Therapeuten aufgenommen, für die Schule ist der Vorfall noch nicht erledigt: Auf einer Klassenkonferenz wird der Vorfall aufgearbeitet, auch über Konsequenzen wird entschieden. Reinecke hat den Vorfall sofort der vorgesetzten Landesschulbehörde gemeldet: als besonderes Vorkommnis.

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