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Laienspielgruppe probt mit Jugendlichen / Premiere am 20. Februar

"Ihr müsst jetzt irritiert gucken!"

Apelern/Lauenau (nah). Die Apelerner Laienspielgruppe betritt Neuland. Zehn Jugendliche bereiten sich derzeit intensiv auf ihren ersten Auftritt vor. Mit einer knapp 45-minütigen Komödie in drei Akten wollen sie in der zweiten Februarhälfte das Publikum überraschen. Erstaunt waren die Theaterfreunde der Riesbachgemeinde über die Resonanz nach einem ersten Aufruf: Vorwiegend Mädchen im Alter zwischen zehn und 17 Jahren wollten Bühnenluft schnuppern.

veröffentlicht am 22.01.2008 um 00:00 Uhr

Theaterspielen macht Spaß: das Jugendensemble der Apelerner Laie

Dass sich das Ensemble der Nachwuchsförderung verschreibt, hat natürlich etwas mit Eigennutz zu tun. "Uns muss ja jemand nachfolgen", erklärte Vorsitzender Hermann Doebel bereits zu einem früheren Zeitpunkt. Aber Initiatorin und Regisseurin Brigitte Hillen folgte offenbar auch dem Bedarf der Jugendlichen: Manche haben Eltern, die sich selber als Hobby-Mimen engagieren. Andere kennen Theateratmosphäre aus Arbeitsgemeinschaften an ihrer Schule. "Außerdem wollte ich einen Beitrag zur Freizeitgestaltung leisten", verrät Hillen. Für die Jugend werde eigentlich zu wenig getan: "Im Alter bis zu zwölf Jahren dürfen sie auf dieSpielplätze, danach hängen doch manche nur noch herum." Da könnte das zeitweilige Schlüpfen in die Rolle eines Fremden durchaus ganz reizvoll sein. Das Stück, das sich die praktizierende Hebamme für die Premiere ausgesucht hat, wird diesem Anspruch voll gerecht: In "Die Erbschaft" geht es um die Ereignisse nach dem Tod einer begüterten Tante. Neun Nichten dürfen das Erbe antreten. Sie müssen es jedoch einen Monat lang in der Villa miteinander aushalten. "Da kommen die unterschiedlichsten Charaktere zusammen", beschreibt die Regisseurin die Herausforderung für die Akteurinnen. Und sie ist zufrieden: "Die machen ihre Sache wirklich sehr gut." Am meisten überrascht aber war sie von deren Fleiß: Bei der ersten Probe nach den Weihnachtsferien kannten alle ihre Rolle auswendig. So konnte sich Hillen auf knappe Anweisungen ("Ihr müsst jetzt irritiert gucken!") beschränken. Unterdessen werden bereits weitere Vorbereitungen für die Aufführung getroffen. Zum Glück bedarf es keiner aufwendigen Kulissen. Dass die Schauspielerinnen zweimal die Garderobe wechseln müssen, ist auch kein Hindernis. Im Gegenteil: "Gerade das macht doch Mädchen Spaß." Unterstützt wird Hillen von Kerstin Lefeber, Maria Thöne und Maskenbildnerin Helma Koller. Trotz eigener langjähriger Erfahrungen vor und hinter den Kulissen im Apelerner Ensemble wächst auch beim Betreuerquartett so langsam das Premierenfieber. Am Mittwoch, 20. Februar, hebt sich zum ersten Mal um 18 Uhr der Vorhang in der Mehrzweckhalle der Lauenauer Albert-Schweitzer-Schule. Zwei weitere Aufführungensind für Freitag und Sonntag, 22. und 24. Februar, jeweils zur gleichen Zeit vorgesehen. Bis dahin wird noch mindestens einmal wöchentlich geprobt: "Action!" ruft Kerstin Lefeber den Bühnenakteuren zu. Schon verstummt das Pausen-Geplauder und neun junge Frauen schlüpfen wieder in die ihnen zugewiesenen Rollen.

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