weather-image
×

Fleischerobermeister Werner Schulte und weitere Fleischermeister gratulieren ihren Gesellen zur Freisprechung

Ihr Fachwissen ist gefragt – darauf können sie aufbauen

Hameln (ul). Sie können Fleisch zerlegen und verarbeiten, kennen Hygienevorschriften und Qualitätsbestimmungen, wissen, wie thüringer Mett zu würzen ist, können Würstchen herstellen und Wurst dekorieren. Vier Fleischergesellen, eine Fleischergesellin und eine Fleischereifachverkäuferin wurden jetzt im Namen der Fleischerinnung Hameln-Pyrmont von Fleischerobermeister Werner Schulte nach zwei- bis dreijähriger Berufsausbildung freigesprochen. Michael Bannasch schloss zweimal mit der Note sehr gut ab, „das kommt nicht oft vor“, betonte Schulte und sprach dem Schwiegersohn der Schlachterfamilie Wiedmann aus Emmerthal die lobende Anerkennung seitens des Verbandes der Fleischerinnung Niedersachsen und Bremen aus. Zur Meisterprüfung will er sich im kommenden Jahr anmelden.

veröffentlicht am 18.08.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 12:21 Uhr

Auch die anderen fünf Gesellen können stolz auf ihre bestandenen Prüfungen sein: Kim Viviane Rinne wird auch künftig an der Fleischtheke von Steding im Marktkauf stehen. Ragna Matthes ist eine der seltenen Frauen, die sich zur Fleischerin hat ausbilden lassen. „Es war manchmal nicht leicht, es flossen auch mal Tränen, aber wir haben Dich immer unterstützt und Dir zugeredet durchzuhalten“, berichtet ihr Ausbilder Werner Schulte. Während Marcel Schierding bei Schulte als Fleischer übernommen wird, will Ragna Matthes künftig in Hannover Lebensmittelchemie studieren und hat die Fleischkontrolle und Lebensmittelüberwachung als berufliches Ziel vor Augen. „Mein Vater ist Lebensmitteltechnologe, der Beruf hat mich interessiert, mit dem Gesellenbrief erspare ich mir die im Studium verlangten Praktika“, sagt die zarte Ragna stolz. Und ihre Berufsschullehrerin von der Elisabeth-Selbert-Schule, Uta Goede-Busse, ergänzt. „In der Zeit kannst Du als Fleischerin jobben.“

Während Ewald Dunst von der Fleischerei Tönebön aus Barntrup nicht anwesend war und seine Urkunde samt Gesellenbrief schriftlich erhält, feierte auch Magnus Syring seinen Gesellenbrief. Er wurde bei der Fleischerei Keese in Aerzen ausgebildet. In Anwesenheit ihrer engsten Freunde, Eltern und Ausbilder feierten die fünf Gesellen ihren bestandenen Abschluss stilgerecht in Dutschkes Fleischereimuseum in Tündern mit einem zünftigen Abendessen. Mit einem Blumenstrauß und einer Urkunde gedankt wurden Martina und Thorsten Philipp aus Fischbeck, die ihre Fleischerei für den praktischen Teil der Prüfungen zur Verfügung gestellt hatten.

Das Fleischerhandwerk stehe vor massiven Strukturumbrüchen und Herausforderungen, berichtete der Obermeister. Der zunehmende Wettbewerb mit den Verbrauchermärkten und Discountern mache dem Fleischerhandwerk immens zu schaffen. Die langen Öffnungszeiten im Handel, der Werteverfall bei den Lebensmitteln seien nur einige Probleme, auf die die Fleischer eine Antwort finden müssten. Nur mit einem kreativen Dienstleistungs- und Serviceangebot mit Teamarbeit im Betrieb und eventuell sogar betriebsübergreifend könnten die selbstständigen Fleischereien am Markt bestehen bleiben. Dabei hätten die jungen Fachkräfte vielfältige Aufstiegsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven, auch gerade durch den sich abzeichnenden Fachkräftemangel. So könnten sie sich als Verkaufsleiter und Betriebswirt fortbilden, ihren Fleischermeister machen oder sich ebenso wie Ragna in der Lebensmittelchemie oder -technologie ausbilden lassen. Bundesweit gibt es noch 16 220 Fleischereifachgeschäfte mit 10 000 Filialen und rund 5000 Verkaufsmobilen. Über 150 000 Mitarbeiter sorgen derzeit dafür, dass die Qualität der Fleisch- und Wurstwaren höchsten Ansprüchen genügt. Die Aufgaben erfordern aber permanent Fortbildungen, denn die Abschlussprüfung als Fleischer oder Fleischerfachverkäufer sei nur die erste Stufe in einer Reihe handwerklicher Fähigkeiten, die mit der zunehmenden Technisierung und einer erweiterten Service- und Dienstleistungsfunktion einhergehen. Stärker noch als bisher würden die Fleischer künftig zu Allroundexperten rund um das Fleisch, dazu gehöre die Ernährungsberatung im Laden mit Tipps für die Zubereitung von Speisen ebenso wie die Organisation von Party-Service, EDV- und Marketingkenntnissen. Auch Zusatzausbildungen als Koch, Bäcker, Konditor, im kaufmännischen Bereich oder die Spezialisierung auf das Räuchern oder Zerlegen spielten in der Zukunft dieser Gesellen eine große Rolle.

Als Fachkräfte werden sie künftig gebracht, um die Qualität von Fleischwaren und deren Erzeugung im Wettbewerb mit den Discountern für den Verbraucher gewähren zu können.

Fotos: ul



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt