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Informationsveranstaltung: Schaumburger Eltern kritisieren Landesregierung für neues Schulgesetz

IGS: "Wir müssen alle an einem Strang ziehen"

Landkreis (kcg). Bei einem zentralen Informationsabend zum Thema Gesamtschulen haben zahlreiche Eltern die Möglichkeit genutzt, ihrer Forderung nach weiteren IGS-Plätzen in Schaumburg Nachdruck zu verleihen.

veröffentlicht am 13.05.2008 um 00:00 Uhr

Rund 100 Eltern waren der Einladung des Landkreises gefolgt und haben sich in der IGS Schaumburg in Stadthagen bei Schulleiterin Carola Pliska, Andreas Köpsell, Chef der IGS Hannover-List, und Hans-Jürgen Müller, IGS- Leiter in Hannover-Mühlenberg, über die Schulform schlau gemacht. Zudem stand Schuldezernentin Eva Burdorf Rede und Antwort. Der Landkreis, so erklärte Burdorf, werde alles daran setzen, dass noch im kommenden Schuljahr mindestens eine weitere Gesamtschule an den in Frage kommenden Standorten Helpsen, Obernkirchen, Rodenberg oder Lindhorst eingerichtet wird. "An uns wird es nicht scheitern", versprach die Erste Kreisrätin. Je nachdem, wie die derzeit laufende Bedarfsermittlung für die einzelnen Standorte ausfalle, werde umgehend ein entsprechender Antrag beim Kultusministerium gestellt. Problematisch sei allerdings, dass der Entwurf des neuen Schulgesetzes erst kürzlich in den Landtag eingebracht worden sei, sodass die Zeit immer knapper werde, den Antrag pünktlich für den 1. August zu stellen. Dass der Landkreis in seinen Bemühungen gute Arbeit leiste, war einhellige Meinung der Eltern und Pädagogen. "Wichtig ist aber auch, dass die Eltern in organisierter Form aktiv werden", appellierte Pliska. Auch Gundi Donjes, deren Tochter die elfte Klasse der IGS Schaumburg besucht, regte an, mehr Eltern-Engagement zum Beispiel bei Demonstrationen zu zeigen. "Die Eltern, deren Kinder abgelehnt werden, müssen ihren Willen deutlich machen, wenn sich etwas ändern soll." "Es ist schlimm, dass die Landesregierung auf Zeit spielt, sodass es schwierig wird, eine IGS noch im August einzurichten", kritisiert Claudia Westenberger aus Heuerßen, Mutter eines Zehnjährigen. Der gleichen Meinung ist Andrea Dettmer, ebenfalls Mutter eines zehn Jahre alten Sohnes. Während sich das Angebot in der Wirtschaft immer nach der Nachfrage richte, "kann es nicht sein, dass die Politiker einfach Nein sagen, obwohl die Bevölkerung etwas anderes will. Das hat mit demokratischer Mitbestimmung nichts mehr zu tun." Vater Dirk Busche aus Stadthagen machte deutliche, wie wichtig es sei, dass alle an der Bedarfsermittlung teilnehmenden Eltern den Fragebogen ausgefüllt abgeben. "Wir müssen alle an einem Strang ziehen, damit die Regierung uns nicht länger ignorieren kann." Anstatt die IGS als Regelschule anzuerkennen, sieht das neue Schulgesetz lediglich die Lockerung des Errichtungsverbotes vor. Gesamtschulen sollen frühestens ab 2009 nur ergänzend zum bestehenden dreigliedrigen Schulsystem eingerichtet werden. Die Novelle des Schulgesetzes ist in der vorigen Woche in den Landtag eingebracht worden und soll am 1. August in Kraft treten.



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