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Richard Wilmers vor dem Stadtelternrat: "Genug Platz in Haupt- oder Realschule"

IGS Rinteln kann 2010 Realität werden - wenn die Politik jetzt Initiative zeigt

Rinteln (wm). Wenn die Politik mitzieht, könnte in Rinteln zum Schuljahr 2010 eine IGS eröffnet werden. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs der Schulelternratsvorsitzenden Petra Wienecke, Ines Rohde, Gabriele Edling und weiterer Mitglieder des Stadtelternrats mit Rudolf Wilmers, Kreistagsmitglied, WIR-Vorsitzender und als ehemaliger Schulleiter der IGS Stadthagen IGS-Experte.

veröffentlicht am 01.08.2008 um 00:00 Uhr

Das viel diskutierte Problem der Räumlichkeiten sieht Wilmers nicht. Komme eine IGS in Rinteln, würden Hauptschule und Realschule so viele Schüler verlieren, dass die IGS entweder im Hauptschulgebäude oder im Realschulgebäude am Kollegienplatz eingerichtet werden könne. Auf die Räumlichkeiten der Prince-Rupert-School in der Nordstadt zu spekulieren, hält Wilmers für unrealistisch. Wilmers machte den Mitgliedern des Stadtelternrats in dem Informationsgespräch im Stadtkater deutlich, dass zunächst der Rintelner Rat seine Hausaufgaben machen müsse - dass das geschieht, davon gehen Stadtelternrat wie Wilmers nach den aktuellen Bekundungen der Rintelner Kommunalpolitiker aus. Nach den Sommerferien soll das Thema IGS auf der Tagesordnung des Schulausschusses stehen. Danach müsste der Rintelner Rat sich für die Einrichtung einer IGS in der Weserstadt aussprechen - erst dann könne der Kreistag tätig werden und eine Elternbefragung durchführen. Wilmers zweifelt nicht daran, dass eine IGS in Rinteln sogar die vom Land aufgestellte Hürde einer Fünfzügigkeit überwinden wird. Dafür müssten nach den aktuellen Zahlen 50 Prozent aller Grundschuleltern für eine IGS stimmen. Der Stadtelternrat ist schon deshalb optimistisch, weil bereits bei einer internen Umfrage des Stadtelternrates sich 40 Prozent aller Grundschuleltern für eine IGS ausgesprochen hatten - und da war noch als Standort Obernkirchen, nicht Rinteln im Gespräch. Wilmers sieht für eine IGS in Rinteln trotz des großen, etablierten Gymnasiums gute Chancen, weil viele Eltern ihren Kindern nicht den Stress zumuten wollen, das Abitur in zwölf Jahren schaffen zu müssen - auf der IGS haben sie ein Jahr mehr. Gleichzeitig, betonten Wilmers wie Stadtelternratsvertreter, bereite die Gesamtschule die Kinder besser auf eigenverantwortliches Arbeiten vor, das letztlich in der Oberstufe entscheidend sei. Deshalb gelte für Eltern und Kinder wie auch für die später einzustellenden Lehrer: "Wer sich auf eine IGS einlässt, muss sich auch auf das Konzept einer Gesamtschule einlassen, in der fachübergreifend unterrichtet wird und in der es einen Ganztagsbetrieb gibt." Wilmers erläuterte den Elternvertreterinnen, Obernkirchen, Lindhorst und Rodenberg hätten sich letztlich deshalb um eine IGS beworben, weil dort die Frage aktuell geworden sei: "Wie schaffen wir es, die Schüler noch bei uns zu halten?" Unter diesem Gesichtspunkt sei es paradox, dass nach dem derzeitigen Konzept mehr Schüler aus Rinteln nach Obernkirchen fahren müssten, als Obernkirchen und das Auetal selbst aufbieten können. Hier habe, so sehen es die Elternvertreterinnen, die Rintelner Politik die Entwicklung schlicht verschlafen.

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