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Dehne: Pro Schule zwei Millionen Euro

IGS nur fünfzügig? "So haben wir nicht gewettet"

Landkreis (jl). Auf heftiges Unverständnis in der Kreisverwaltung stößt die Absicht der Landesregierung, neue Integrierte Gesamtschulen nicht mit vier, sondern nur mit mindestens fünf Klassen pro Jahrgang zu genehmigen. Das könnte nach Angaben des Schulamtes Umbaumaßnahmen mit Mehrkosten in Millionenhöhe nach sich ziehen. Zudem habe sich in Schaumburg (wie andernorts) die Vierzügigkeit an der bestehenden IGS seit langem bewährt und werde hier als pädagogisches Konzept gewünscht.

veröffentlicht am 31.05.2008 um 00:00 Uhr

Das Instrument, mit dem die Landesregierung die IGS von vier auf fünf Klassen pro Jahrgang aufstocken will, heißt nach den Worten von Kreisschulamtsleiter Friedrich-Wilhelm Dehne "Verordnung zur Schulentwicklungsplanung". Diese soll pa rallel zum Schulgesetz geändert werden. Im Verordnungsentwurf will die Landesregierung neue IGS grundsätzlich fünfzügig beginnen. Bestehende vierzügige IGS wie die in Stadthagen haben bis 2011 Bestandsschutz, müssen dann aber aufstocken. Das wirft laut Dehne das pädagogische Konzept der Stadthäger IGS völlig "über den Haufen", weil sich dort die bauliche Gestaltung am Jahrgangsprinzip orientiere. Eine fünfte Klasse pro Jahrgang lasse sich an der Schachtstraße nicht unterbringen, wo ohnehin schon kein Platz für die Oberstufe sei. "Das würde eine weitere Außenstelle bedeuten, wobei das pädagogische Konzept dann ohnehin in der Luft hinge", sagte Dehne. An den zwei geplanten neuen IGS-Standorten Rodenberg und Obernkirchen würde der Start mit fünf Klassen "mit Hängen und Würgen" noch klappen, so Dehne. Am dritten geplanten Standort Helpsen gäbe es aber vom Start weg Raumprobleme. Diese würden in allen drei Fällen aber sehr akut, wenn einige Jahre nach den IGS-Starts die Haupt- und Realschulzweige in den Schulzentren auslaufen sollten. Denn sämtliche Schulzentren sind baulich nur auf Vierzügigkeit ausgelegt, so dass dort Gesamtschulen mit vier Klassen pro Jahrgang ohne große Investitionen untergebracht werden könnten. Bei fünf Klassen würde es laut Dehne hingegen richtig teuer. Da würden beim Beispiel Helpsen fünf zusätzliche allgemeine Unterrichtsräume, zehn Gruppenräume und ein Lehrerzimmer pro Jahrgang fällig. Die Experten in der Kreisverwaltung schätzen, dass die Aufrüstung von vier auf fünf Züge pro Schulzentrum rund zwei Millionen Euro kosten würde. Erste Kreisrätin Eva Burdorf drückte auf Anfrage ihr Unverständnis über die Entwicklung in dieser Frage aus: "Wir haben immer erwartet, dass die Landesregierung sich an ihre Ankündigungen hält." Damit spielte sie offenkundig auf die einstmals angekündigte simple Streichung des Errichtungsverbotes für Gesamtschulen im Schulgesetz an. Zur jetzigen Entwicklung der Gesamtschule von der Angebots- zur Ergänzungsschule mit fünf Zügen meinte die Schaumburger Schuldezernentin: "So haben wir nicht gewettet" und hofft, dass sich im just begonnenen Gesetzgebungsverfahren "vieles wegrüttelt" und die Landesregierung sich an gegebene Versprechen erinnert.



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