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Schnelle Entscheidung im Ministerium / Schöttelndreier: "Überwältigender Bedarf ausschlaggebend"

IGS: Landrat jubelt - Rinteln fassungslos

Landkreis (crs/ssr). Am Ende ging es doch schneller, als die meisten gedacht hätten: Nach Schaumburg übermittelt worden ist das Ja des Ministeriums zu den drei Gesamtschulen in Obernkirchen, Helpsen und Rodenberg gestern Nachmittag vom Landtagsabgeordneten Karsten Heineking (CDU). "Aus unserer Sicht bestehen keine Bedenken gegen die Genehmigung", bestätigte Ministeriumssprecher Stefan Muhle die Entscheidung auf Anfrage unserer Zeitung. Zwar steht die formelle Genehmigung durch die dafür zuständige Landesschulbehörde noch aus, aber Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier zeigte sich sicher: "Ich gehe davon aus, dass die Landesschulbehörde der politischen Vorgabe des Ministeriums entsprechen wird."

veröffentlicht am 12.09.2008 um 00:00 Uhr

Schöttelndreier nannte die schnelle Entscheidung "sehr erfreulich". Ausschlaggebend dafür sei "der eindeutige Nachweis eines überwältigenden Bedarfs" gewesen: "An dem konnte keiner vorbei." Sobald die formelle Genehmigung da sei, werde mit der Umsetzung der Planungen begonnen. Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Gunter Feuerbach, zeigte sich "glücklich, dass das Verfahren so schnell abgeschlossen werden konnte". Die Landesregierung habe damit gezeigt, "dass begründete Anträge zügig bearbeitet und entschieden werden". Auch der einstimmige Beschluss des Kreistages habe die Entscheidung in Hannover "sicher beschleunigt", fügte Feuerbachhinzu. Das rasche Ja sei "außerordentlich erfreulich", kommentierte der Schaumburger SPD-Chef Karsten Becker, der den Vorgang auch "niedersachsenweit als großartigen schulpolitischen Erfolg" wertete. Bei den drei IGS handle es sich um einen ersten Schritt, dem bei vermutlich nachzuweisendem Bedarf noch weitere folgen könnten. Das dürfte für Rinteln nur ein geringer Trost sein. "Ich halte das für sehr, sehr schwer", sagte Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz zu den Genehmigungschancen einer Rintelner IGS in einer zweiten Runde. Ihn habe die Nachricht aus Hannover gestern Abend förmlich "vom Hocker gehauen", bekannte Buchholz, der sich in den vergangenen Wochen vehement für die Einrichtung einer Gesamtschule in Rinteln stark gemacht hatte. Auch in Hannover wollte eine Rintelner Delegation vorsprechen: Für nächste Woche Mittwoch war ein Gesprächstermin im Kultusministerium vereinbart. Dass in Hannover noch vor diesem Termin Nägel mit Köpfen gemacht wurde, ärgert Buchholz besonders: "Man sollte zumindest die Chance haben, die eigenen Argumente vortragen zu können - die Genehmigung für Obernkirchen, Helpsen und Rodenberg kommt jetzt doch ein bisschen plötzlich." Auf der Tagesordnung für den nächsten Stadtrat soll das Thema IGS dennoch bleiben, sagt Buchholz: "Wir stehen zu unserer Meinung - mal gucken, wie es weitergeht." Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier bewertet die Chancen für eine IGS in Rinteln als "nicht aussichtslos". In jedem Fall werde der Landkreis - vorbehaltlich der entsprechenden Entschlüsse der Gremien - den Antrag aus Rinteln begleiten und die Bedarfsumfrage durchführen. Schöttelndreier: "Da stehen wir im Wort gegenüber dem Stadtelternrat von Rinteln."

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