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Schülervertreter ruft Empörung hervor

IGS: Kreispolitik einig gegenüber Landesregierung

Landkreis (ssr). Die Schaumburger Kreispolitik tritt mit der Forderung nach Einführung von drei neuen IGS gegenüber der Landesregierung in fester Geschlossenheit auf. Nach kurzer Debatte im Schulausschuss fiel dort - wie anschließend im Kreisausschuss - ein jeweils einmütiges Votum. Auf helle Empörung stieß die Einlassung des Schülervertreters Marius Wüste feld, der jenen Eltern, die ihre Kinder an der IGS anmelden, unterstellte, für deren "schlechte Schul- und Zukunftsperspektive" verantwortlich zu sein.

veröffentlicht am 05.06.2008 um 00:00 Uhr

Elternvertreter Bernd Wolff würdigte ausdrücklich die politische Geschlossenheit, mit der alle Schaumburger Parteien drei neue IGS fordern und damit den Elternwillen respektierten. "Diese Einmütigkeit dürfte die Genehmigungen in Hannover begünstigen." Edeltraut Müller (Grüne/Wir) lobte insbesondere die Haltung der Kreis-CDU für den IGS-Kurs. Speziell die Bemühungen der hiesigen CDU-Vertreter, die Landesregierung von ihrem Vorhaben abzubringen, neue IGS nur fünfzügig zu genehmigen, sei zu würdigen. Schuldezernentin Eva Burdorf berichtete, die kommunalen Spitzenverbände hätten bei der Landesregierung aus finanziellen und pädagogischen Gründen einhellig für die IGS-Vierzügigkeit plädiert. "Ich sehe berechtigte Hoffnung, dass der Gesetzentwurf noch in dieser Richtung verändert wird." CDU-Fraktionschef Gunter Feuerbach bekräftigte, die hiesige CDU werdean diesem Punkt weiter ihre Einflussmöglichkeiten wahrnehmen, um eine kostenträchtige Fünfzügigkeit zu verhindern. Einigkeit bestand darüber, die Einführung "möglichst zum 1. August 2008, spätestens zum 1. August 2009" zu beantragen. Es gab aber mehrfach Hinweise, realistischer Weise müsse mit einer Genehmigung erst für das Schuljahr 2009/10 gerechnet werden. Empörung löste Schülervertreter Marius Wüstefeld im Schulausschuss mit der schroffen Art seiner kompromisslosen Ablehnung der Schulform IGS aus. "Dass sich Eltern in Schaumburg derart massenhaft fahrlässig für eine schlechtere Schulform und damit für eine schlechtere Schul- und Zukunftsperspektive ihrer Kinder entscheiden, ist das eigentliche Problem", sagte der Gymnasiast, der auch Vorsitzender der Jungen Union in Stadthagen ist. Wenn die Politik diesem Elternwillen entspreche, sei das "reiner Populismus". Denn, so der Zwölftklässler weiter, über die Schulangebote müsse die Politik mit entsprechendem Sachverstand entscheiden, das dürfe man nicht "den Falschen" - gemeint waren die Eltern - überlassen. Leistungsfähig sei allein das dreigliedrige Schulsystem mit Gymnasium, Real- und Hauptschule. Schließlich warf Wüstefeld der Kreisverwaltung vor, die Elternbefragung "in beeinflussender Weise" durchgeführt zu haben, was eine der Ursachen für die hohe Zahl an IGS-Anmeldungen sei. Gegen letztgenannten Vorwurf verwahrte sich Schuldezernentin Eva Burdorf "in aller Form". Die Befragung sei völlig neutral und damit korrekt verlaufen. CDU-Fraktionschef Gunter Feuerbach ging auf die Inhalte gar nicht ein, sondern kanzelte den Stadthäger JU-Vorsitzenden mit der Bemerkung ab: "Ich bezweifele, ob Sie das hier für die gesamte Schülerschaft so sagen können." Und: "Der Jungen Union haben Sie mit diesen öffentlichen Äußerungen hier sicher keinen Gefallen getan." Elternvertreter Bernd Wolff verwahrte sich gegen die "anmaßenden Worte" Wüstefelds gegenüber der Elternschaft. WGS-Fraktionschef Siegbert Held sagte: "Sie gehören als Gymnasiast offenbar zur Bildungselite - wenn ich das sehe, macht mir das Angst." "Unerhört" fand Edeltraut Müller (Grüne/WIR) Wüstefelds Positionen, "die neuen IGS seien zudem von Eltern, Schulen und Kommunen gemeinsam beantragt worden". Auch Marina Brand (SPD) wies die Worte Wüstefelds brüsk zurück.



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