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Vier Arbeitskreise für die wichtigsten Aufgaben / Grundkonzept wird aufgestellt

IGS: "Es wird zusammenwachsen, was ja auch zusammen gehört"

Obernkirchen (rnk). Gute Neuigkeiten hatte Richard Wilmers mitgebracht: Seit diesem Montag liege die Erlaubnis für die drei neuen Integrierten Gesamtschulen in Helpsen, Rodenberg und Obernkirchen beim Landkreis vor, "das ist nicht mehr zu kippen", wertete der ehemalige Direktor der IGS Stadthagen. Dass auf Lehrerschaft und Eltern dabei bis zum Sommer nächsten Jahres noch viel Arbeit zukommen wird, das verdeutlichte auf der Informationsveranstaltung von WIR anschließend der künftige IGS-Schuldirektor Torsten Reinecke.

veröffentlicht am 25.09.2008 um 00:00 Uhr

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Die Abschaffung der Orientierungsstufe und die daraufhin wieder erfolgende "viel zu frühe Sortierung", die Verkürzung des Abiturs auf zwölf Jahre und die sich verschärfende Situation an den Hauptschulen: Reinecke ließ keinen Zweifel, dass die IGS die beste aller zur Verfügung stehenden Schulformen sei: "unter diesen Rahmenbedingungen", formulierte er. Vehement wehrte er sich dabei gegen eine Einteilung der Lehrer in gute - an der IGS - und Kollegen an der Haupt- und Realschule als Lehrerschaft zweiter Klasse. Es gebe Kollegen, die "mit vollem Bewusstsein" zur Haupt- oder Realschule gegangen seien - und jetzt auch an ihr bleiben würden; "das ist völlig legitim." In Obernkirchen, wo man sich an der Schule seit Herbst letzten Jahres mit der Option IGS befasse, sei die Zahl der Kollegen, die die Umwandlung in eine IGS begrüße, "gottlob" so groß, dass man zwei Arbeitskreise habe einrichten können, von denen der engere Kreis zwölf Personen umfasse. Mit dem Beginn dieses Schuljahres habe die "heiße Planungsphase" begonnen, es gebe vier Arbeitskreise, die sich um die vier wichtigsten Aufgaben kümmern würden. Erstens die Schaffung eines Leitbildes, an dem sich die Schule werde messen lassen: "Wohin will diese Schule?" Zweitens die Frage von lernen und lehren: "Wie wollen wir den Unterricht organisieren?" Drittens müsse das Schulleben ausgestaltet werden: "Wie sollen Alltag und Klima aussehen?" Wie könne man die Schule zu einem Ort gestalten, an dem man nicht nur lerne, sondern zu dem man auch gerne gehe? Und viertens: die Stärkung der Sozialkompetenz. Schließlich müssten die Schüler in aller Unterschiedlichkeit auch miteinander auskommen. Zurzeit werde gleichsam "inoffiziell" an diesen Aufgaben gearbeitet, offiziell werde die Planungsgruppe erst zu Beginn des nächsten Jahres eingesetzt, "aber dann reicht die Zeit nicht", meinte Reinecke. Die Gruppe besteht jetzt aus den Kollegen der Haupt- und Realschule, Gymnasiallehrer, Gesamtschullehrer und Eltern würden noch fehlen. Im Februar soll ein "Grundkonzept" (Reinecke) aufgestellt sein, das dann auf einer Informationsveranstaltung vorgestellt werden wird: "So stellen wir uns das vor: Damit all diejenigen, die sich anmelden, wissen, worauf sie sich einlassen." Reinecke sprach mit Blick auf das künftige Nebeneinander von Haupt- und Realschule und IGS von einem "Spagat": Schließlich sei man auch in der Verpflichtung, den Haupt- und Realschülern zu einem guten Schulabschluss zu verhelfen. Normalerweise werde eine IGS aufgebaut, daher sei man bis zum Auslaufen der Haupt- und Realschule in der Bergstadt in einer "besonderen Situation". Befürchtungen, die Lehrerschaft stehe nicht mit ganzem Herzen hinter der IGS, teilte Reinecke nicht: Man werde in der Planungsphase genau festlegen, was man wolle, daher sei dann jedem neuen Kollegen klar, wie die Anforderungen seien: Und die Lehrer, die sich an die IGS versetzen lassen würden, die würden diese Anforderungen dann ja auch akzeptieren und auf sie hinarbeiten. Mit Blick auf die künftige Teamarbeit sah Reinecke innerhalb der Lehrerschaft einen "großen Informationsaustausch", ein "wesentlicher Punkt, um sich gegenseitig zu helfen". Da sich die Schülerschaft ändere, bedeute dies für jeden Lehrer, dass er sich stets fortbilden müsse. Reinecke sprach in diesem Zusammenhang von einem "Zwang zur Fortbildung". Wilmers drückte es am Schluss der Infoversammlung so aus: "Es wird zusammen wachsen, was ja auch zusammen gehört."

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