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Landkreis will dieses Modell erreichen

IGS: Anträge auf "teilweise offen" ans Ministerium

Landkreis (ssr). Die Post ist auf dem Weg: Der Landkreis Schaumburg hat gestern die Anträge der drei neuen IGS auf "teilweise offenen" Ganztagsbetrieb an das Kultusministerium weitergeleitet. Auf einmütigen Beschluss des Kreisausschusses hält der Landkreis dabei ausdrücklich am politischen Willen fest, genau dieses Modell zu erreichen. Allerdings wird ebenso einmütig vorsorglich erklärt, dass die Anträge im Falle ihrer Nicht-Genehmigung auf das "offene" Modell umformuliert werden, sollten die Schulen das dann so wünschen.

veröffentlicht am 28.11.2008 um 00:00 Uhr

Wie Kreischuldezernentin Eva Burdorf gestern auf Anfrage präzisierte, ist der "teilweise offene" Ganztagsbetrieb (zu den Modellen siehe Kasten) das an der IGS in Stadthagen praktizierte und für das pädagogische Konzept einer IGS unverzichtbare Modell. Wie Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier auf Nachfrage ergänzte, hat der Kreisausschuss am Dienstag einstimmig beschlossen, "an der politischen Forderung auf Genehmigung des ?teilweise offenen' Modells festzuhalten". Dieses habe er den Anträgen in einem Begleitschreiben an das Kultusministerium hinzugefügt. Nun hatte Burdorf, wie berichtet, dem Schulausschuss in der vergangenen Woche von einer Auskunft aus dem Ministerium berichtet, es gebe "keine Chance" auf das "teilweise offene" Modell. Dieses erhärtete sie gestern gegenüber dieser Zeitung, indem sie aus dem Manuskript eines Vortrags zitierte, den der im Kultusministerium für diesen Bereich zuständige Referent Helmut Temming wiederholt öffentlich gehalten hat. Darin heißt es: "Da im niedersächsischen Landeshaushalt zurzeit nicht genügend Mittel zur Verfügung stehen, um neu errichtete Ganztagsschulen vollständig mit Lehrerstunden auszustatten, werden nur ,offene' Ganztagsschulen genehmigt." Vor diesem Hintergrund hat der Kreisausschuss nach Darstellung des Landrats ebenfalls einstimmig beschlossen, dem Kultusministerium - allerdings ausdrücklich "in zweiter Linie" - sinngemäß zu signalisieren: Für den Fall, dass das "teilweise offene" Modell nicht genehmigt werden sollte, werde der Landkreis die Anträge auf das ",offene' Modell umformulieren, sollten die Schulen das dann so wünschen. SPD-Fraktionschef Eckhard Ilsemann betrachtet dies zwar als "völlig unbefriedigende Situation". Seine Fraktion habe aber keine andere Handlungsmöglichkeit gesehen. "Wir müssen die Antragsfrist 1. Dezember einhalten, um den Start der drei neuen IGS zum kommenden Schuljahr zu sichern. Wir mussten also fristgerecht den Hinweis mit dem ,offenen' Modell als Minimum einbauen, damit wir überhaupt etwas ermöglichen" - sprich: für das kommende Schuljahr nicht mit völlig leeren Händen dazustehen. Ilsemann zeigte sich erzürnt darüber, von dem Antragstermin äußerst kurzfristig erfahren zu haben: "Das ist alles sehr hoppelig über uns gekommen und hat eine unglückliche Lage herbeigeführt." CDU-Fraktionschef Gunter Feuerbach erklärte, es sei "zur Kenntnis zu nehmen", dass das Ministerium derzeit nur das "offene" Modell genehmige. Das funktioniere landesweit an 790 Schulen. Seine Fraktion erachte dieses für die drei neuen IGS "als zunächst gangbaren Weg". Im weiteren Verlauf sei zu sehen, "ob wir das Stück für Stück mit zusätzlichen Lehrerstunden andicken können."

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