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Tarifverhandlungen für Altersteilzeit: Gestern Warnstreik bei den Firmen Faurecia und Lühr

IG Metall: "Das letzte Ventil vor 67 wäre zu"

Stadthagen (jl). Im Stadthäger Faurecia-Werk hat gestern die komplette Frühschicht gestreikt. Gleiches gilt für eine "große Anzahl" von Beschäftigten der Firma Lühr. Der Grund für den von der IG Metall ausgerufenen Warnstreik: Die Arbeitgeber zeigen nach Meinung der Gewerkschaft zu wenig Bewegung bei den Tarifverhandlungen um eine Neuregelung der Altersteilzeit.

veröffentlicht am 11.06.2008 um 00:00 Uhr

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Wie sich die Gegenseite aus Sicht der Gewerkschaft bisher am Verhandlungstisch bewegt habe, machte IG Metall-Sekretär Thorsten Gröger bei einer Kundgebung vor dem Faurecia-Haupteingang anhand des Arbeitgeber-Angebotes vom Montag deutlich. Danach sollen nur zwei Prozent der Metall-Beschäftigten von einer neuen Regelung profitieren - und zwar lediglich solche, die 20 Jahre einem Betrieb angehören und in zwölf von den letzten 15 Arbeitsjahren Dauernachtschicht oder Dreischicht gearbeitet haben. Eine solche Regelung wäre nach Grögers Einschätzung nur eine "Mogelpackung" und würde zum Beispiel Angestellte gänzlich ausschließen. Zuvor hatte der Gewerkschaftssekretär den Kundgebungsteilnehmern noch einmal klar gemacht, dass nach dem Auslaufen der gesetzlichen und der daran gekoppelten tariflichen Altersteilzeitregelungen im kommenden Jahr eine neue her müsse - oder "könnt ihr euch vorstellen, diesen Job bis 67 auszufüllen, wie ihr das zurzeit tut". Die Belastungen seien in allen Arbeitsbereichen gestiegen -auch bei den Angestellten. Ohne die Neuregelung "wäre das letzte Ventil vor 67 zu", unterstrich Gröger. Nicht nur das: Ohne vorzeitige Ausstiegsmöglichkeiten aus dem Arbeitsleben sehen Gröger und Faurecia-Betriebsratschef Jürgen Bittner ein "Problem von unten" kommen: Bis jetzt, so die Praxis bei Faurecia, seien die Arbeitsplätze von Frührentnern mit Auszubildenden oder jungen Arbeitslosen besetzt worden. Diese Verfahrensweise sei in Gefahr, weil die Haltung der Arbeitgeber "ein beschäftigungspolitischer Skandal ist". Bittner beharrte darauf: "Wir brauchen eine Anschlussregelung." Bei Faurecia seien 15 Prozent der Beschäftigten betroffen, wenn es 2009 keine Regelung für die Altersteilzeit gebe. Diese wollten laut Gröger eigentlich Gewerkschaften und Arbeitgeber mit der Bundesregierung aushandeln. Die Arbeitgeber hätten zwar einige "Pflichterklärungen" abgegeben, aber "keinen erkennbaren Willen" gezeigt, tatsächlich etwas zu bewegen. Deswegen habe die IG Metall den Tarifvertrag über die Altersteilzeit gekündigt. 110 000 Beschäftigte hätten bereits gestreikt, so Gröger, "und wenn das nicht reicht, werden wir da noch etwas drauflegen".



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